Discussion:
erster Angestellter
(zu alt für eine Antwort)
Alexander Goetzenstein
2021-04-23 08:56:58 UTC
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Hallo,
ich stehe erstmalig vor der Aufgabe, ein Arbeitsverhältnis von Minijob
(was verhältnismäßig einfach ist) in ein reguläres Arbeitsverhältnis zu
überführen. Leider habe ich keinen Plan, wo ich da anfangen soll, und
Google lässt mich eher verunsichert zurück.

Als erstes wurde der Mitarbeiter bei der Krankenkasse abgemeldet, und
dasselbe muss wohl auch bei der Knappschaft geschehen, damit der Minijob
mit den Pauschalabgaben beendet ist.

Dann müsste der Mitarbeiter aber wohl anderswo angemeldet werden. Wo und
wie genau geschieht das, wo muss ich hinfassen, worauf ist zu achten?
--
Gruß
Alex
ottitale
2021-04-24 13:43:59 UTC
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Post by Alexander Goetzenstein
Hallo,
ich stehe erstmalig vor der Aufgabe, ein Arbeitsverhältnis von Minijob
(was verhältnismäßig einfach ist) in ein reguläres Arbeitsverhältnis zu
überführen. Leider habe ich keinen Plan, wo ich da anfangen soll, und
Google lässt mich eher verunsichert zurück.
Als erstes wurde der Mitarbeiter bei der Krankenkasse abgemeldet, und
dasselbe muss wohl auch bei der Knappschaft geschehen, damit der Minijob
mit den Pauschalabgaben beendet ist.
Dann müsste der Mitarbeiter aber wohl anderswo angemeldet werden. Wo und
wie genau geschieht das, wo muss ich hinfassen, worauf ist zu achten?
Der bisherige Minijobber wird bei der Knappschaft abgemeldet und, je
nach Status (Rentner, Student usw. oder regulärer Arbeitnehmer), bei
"seiner" Krankenkasse (Einzugsstelle) als sozialversicherungspflichtiger
Beschäftigter angemeldet.

Ein regulärer Arbeitnehmer i.d.R. mit "1-1-1-1", also pflichtversichert
in allen Zweigen (Arbeitslosenversicherung, Rentenversicherung,
Krankenversicherung, Pflegeversicherung).

Der Arbeitnehmer muss dazu eine Mitgliedsbescheinigung bei einer
Krankenkasse vorlegen, damit der Arbeitgeber erkennt, wer Einzugsstelle ist.

Die Anmeldung erfolgt heute meist über das Lohnabrechnungsprogramm in
elektronischer Form. Zur Not gibt es bei den Krankenkassen Online
Formulare in Papier.

Die Anmeldung muss vom Arbeitgeber zeitnah zum Beginn erfolgen,
spätestens 6 Wochen nach Bechäftigungsaufnahme.

Hoffe das hilft erst mal etwas...
Matthias Hanft
2021-04-27 17:57:23 UTC
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Post by ottitale
Die Anmeldung erfolgt heute meist über das Lohnabrechnungsprogramm in
elektronischer Form. Zur Not gibt es bei den Krankenkassen Online
Formulare in Papier.
Ich möchte noch hinzufügen, dass ich es heutzutage für praktisch
unmöglich halte, eine Lohnabrechnung ohne Software zu machen.

Ich selbst verwende https://www.quick-lohn.de/ was den Vorteil hat,
dass man sich das separate ITSG-Zertifikat für die Sozialversicherung
spart, weil die Übermittlung an die Krankenkassen (und Lohnsteuer ans
Finanzamt) vom Softwarehersteller gemacht wird.

Wenn man keine Software will (vor allem, wenn man nur sehr wenige
Arbeitnehmer hat), gibt es auch noch Webdienste, die nach dem Abrech-
nungsmodell "3 bis 7 Euro pro Mitarbeiter und Monat" funktionieren.

Die Grundlagen einer Personalabrechnung sollte man allerdings schon
kennen. So auf Anhieb:
- SV-Meldungen bei An- und Abmeldung und Jahresmeldungen
- monatlicher Beitragsnachweis bis zum fünftletzten Bankarbeitetag
(0 Uhr) an die Krankenkassen
- Lohnsteueranmeldung bis zum 10. des Folgemonats ans Finanzamt
- Erstattungsantrag bei Krankheit an die Krankenkassen
- jährliche Lohnsteuerbescheinigung ans Finanzamt (und Arbeitnehmer)
- Gefahrtarif am Jahresanfang von der Berufsgenossenschaft abholen
und Jahresmeldung nach Jahresabschluss übermitteln
- und natürlich das Nettogehalt (mit Kennzeichen "SALA"!) an die
Angestellten überweisen :-)

Man könnte vieles davon auch (mühsam) über Formulare und Websites
machen, aber ich könnte schon keine Lohnsteuer und SV ausrechnen...

Gruß Matthias.
Martin Eckel
2021-05-06 12:42:38 UTC
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Post by Matthias Hanft
Wenn man keine Software will (vor allem, wenn man nur sehr wenige
Arbeitnehmer hat), gibt es auch noch Webdienste, die nach dem Abrech-
nungsmodell "3 bis 7 Euro pro Mitarbeiter und Monat" funktionieren.
Ich hab für meinen einen Angestellten einen Steuerberater, der macht das
für 67 EUR im Quartal.
Dafür erledigt der auch die Anmeldung bei der VBG und kümmert sich um
die ab und an anstehende Betriebsprüfung seitens der Rentenversicherung.

Gruß,
Martin
Torsten Schneider
2021-05-06 11:26:58 UTC
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Post by ottitale
Die Anmeldung muss vom Arbeitgeber zeitnah zum Beginn erfolgen,
spätestens 6 Wochen nach Bechäftigungsaufnahme.
Vorsicht, es gibt Branchen, die der Sofortmeldepflicht unterliegen, da
muss man _vor_ Arbeitsbeginn anmelden oder wenigstens eine Sofortmeldung
machen.


Viele Grüße, Torsten
ottitale
2021-05-08 17:38:30 UTC
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Post by Torsten Schneider
Post by ottitale
Die Anmeldung muss vom Arbeitgeber zeitnah zum Beginn erfolgen,
spätestens 6 Wochen nach Bechäftigungsaufnahme.
Vorsicht, es gibt Branchen, die der Sofortmeldepflicht unterliegen, da
muss man _vor_ Arbeitsbeginn anmelden oder wenigstens eine Sofortmeldung
machen.
Das ist klar. Der Poster schrieb, er habe bisher einen Minijobber
gehabt. Daher ging ich davon aus, das er keiner dieser Branchen
angehört, da dort die Regularien meist bekannt sind, schon um reguläre
AN zu vermeiden :-( .

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