Discussion:
Temporaere Erste Taetigkeitsstaette eines Arbeitnehmers
(zu alt für eine Antwort)
Marc Haber
2019-03-10 16:29:18 UTC
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Hallo,

nehmen wir mal an, die unbestritten erste Tätigkeitsstätte eines
Arbeitnehmers mit 35 km Anfahrtsweg von Wohnung zur ersten TS wird
wegen eines Gebäudeschadens unbenutzbar, so dass der Arbeitgeber für
den Zeitraum von zehn Wochen in ein tempoäres Ersatzquarter in 38 km
Entfernung von der Wohnung des Arbeitnehmers zieht. Der
verkehrsübliche Weg ins Ersatzquartier liege von der Wohnung des
Arbeitnehmers in derselben Richtung und ist zu über 90 % identisch zum
Weg in die erste TS, führt aber nicht an dieser vorbei.

Sind die Fahrten in das Ersatzquartier bei der Bemessung der
Werbungskosten des Arbeitnehmers dann nur mit der Entfernungspauschale
anzusetzen, oder sind das ggf. in der Wohnung des AN beginnende
Dienstreisen?

Verändert sich die Situation, wenn das Ersatzquartier nicht zehn,
sondern vierzehn Wochen in Benutzung ist?

Grüße
Marc
--
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Thomas Homilius
2019-03-10 18:14:34 UTC
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Post by Marc Haber
nehmen wir mal an, die unbestritten erste Tätigkeitsstätte eines
Arbeitnehmers mit 35 km Anfahrtsweg von Wohnung zur ersten TS wird
wegen eines Gebäudeschadens unbenutzbar, so dass der Arbeitgeber für
den Zeitraum von zehn Wochen in ein tempoäres Ersatzquarter in 38 km
Entfernung von der Wohnung des Arbeitnehmers zieht.
Ob das Ersatzquatier die neue erste Taetigkeitsstaette fuer den
Arbeitnehmer ist, liegt auch im Ermessen des Arbeitgebers und was dieser
als erste Taetigkeitsstaette bestimmt hat. Dass das Ersatzquatier keine
erste Taetigkeitsstaette darstellt, soll hier unbestritten bleiben.
Post by Marc Haber
Der
verkehrsübliche Weg ins Ersatzquartier liege von der Wohnung des
Arbeitnehmers in derselben Richtung und ist zu über 90 % identisch zum
Weg in die erste TS, führt aber nicht an dieser vorbei.
Dass diese beiden Wege fast identisch sind, spielt m.E. keine Rolle.
Post by Marc Haber
Sind die Fahrten in das Ersatzquartier bei der Bemessung der
Werbungskosten des Arbeitnehmers dann nur mit der Entfernungspauschale
anzusetzen, oder sind das ggf. in der Wohnung des AN beginnende
Dienstreisen?
Die Fahrten zwischen Wohnung und Ersatzquartier sind Dienstreisen, keine
Fahrten zwischen Wohnung und erster Taetigkeitsstaette.
Verpflegungsmehraufwand nicht vergessen!
Post by Marc Haber
Verändert sich die Situation, wenn das Ersatzquartier nicht zehn,
sondern vierzehn Wochen in Benutzung ist?
Die Grenze liegt bei 48 Monaten Abordnung, ein paar Wochen sind da gar
nichts. Die 48 Monate muessen auch schon im Vorhinein feststehen,
nachtraegliche Verlaengerungen zaehlen nicht, es sei denn, es ergibt
sich ab dann eine Gesamtabordnung von ueber 48 Monate.
--
Thomas Homilius
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Marc Haber
2019-03-10 18:29:56 UTC
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Post by Thomas Homilius
Post by Marc Haber
nehmen wir mal an, die unbestritten erste Tätigkeitsstätte eines
Arbeitnehmers mit 35 km Anfahrtsweg von Wohnung zur ersten TS wird
wegen eines Gebäudeschadens unbenutzbar, so dass der Arbeitgeber für
den Zeitraum von zehn Wochen in ein tempoäres Ersatzquarter in 38 km
Entfernung von der Wohnung des Arbeitnehmers zieht.
Ob das Ersatzquatier die neue erste Taetigkeitsstaette fuer den
Arbeitnehmer ist, liegt auch im Ermessen des Arbeitgebers und was dieser
als erste Taetigkeitsstaette bestimmt hat.
Da gab es keine Kommunikation, nur "wir sind für zehn Wochen
ausquartiert, der Betrieb ist bis zum xx.yy dort". Das war von Anfang
an nicht als dauerhaft deklariert.
Post by Thomas Homilius
Post by Marc Haber
Sind die Fahrten in das Ersatzquartier bei der Bemessung der
Werbungskosten des Arbeitnehmers dann nur mit der Entfernungspauschale
anzusetzen, oder sind das ggf. in der Wohnung des AN beginnende
Dienstreisen?
Die Fahrten zwischen Wohnung und Ersatzquartier sind Dienstreisen, keine
Fahrten zwischen Wohnung und erster Taetigkeitsstaette.
Verpflegungsmehraufwand nicht vergessen!
Sehr hübsch ;-)
Post by Thomas Homilius
Post by Marc Haber
Verändert sich die Situation, wenn das Ersatzquartier nicht zehn,
sondern vierzehn Wochen in Benutzung ist?
Die Grenze liegt bei 48 Monaten Abordnung, ein paar Wochen sind da gar
nichts. Die 48 Monate muessen auch schon im Vorhinein feststehen,
nachtraegliche Verlaengerungen zaehlen nicht, es sei denn, es ergibt
sich ab dann eine Gesamtabordnung von ueber 48 Monate.
Gab es da für den Verpflegungsmehraufwand nicht eine Dreimonatsgrenze?

Grüße
Marc
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Thomas Homilius
2019-03-10 19:05:15 UTC
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Post by Marc Haber
Gab es da für den Verpflegungsmehraufwand nicht eine Dreimonatsgrenze?
Richtig!
"Der Abzug der Verpflegungspauschalen ist auf die ersten drei Monate
einer längerfristigen beruflichen Tätigkeit an derselben
Tätigkeitsstätte beschränkt. "
(§ 9 Abs. 4a Satz 6 EStG)
--
Thomas Homilius
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Marc Haber
2019-03-10 19:36:03 UTC
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Post by Thomas Homilius
Post by Marc Haber
Gab es da für den Verpflegungsmehraufwand nicht eine Dreimonatsgrenze?
Richtig!
"Der Abzug der Verpflegungspauschalen ist auf die ersten drei Monate
einer längerfristigen beruflichen Tätigkeit an derselben
Tätigkeitsstätte beschränkt. "
(§ 9 Abs. 4a Satz 6 EStG)
und die ist laut dem von Dir andernorts dankenswerterweise verlinkten
Rundschreiben erst dann gegeben, wenn regelmäßig drei Tage oder mehr
am Ort verbracht werden.

Grüße
Marc
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Thomas Homilius
2019-03-10 20:04:09 UTC
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Post by Marc Haber
Post by Thomas Homilius
Post by Marc Haber
Gab es da für den Verpflegungsmehraufwand nicht eine Dreimonatsgrenze?
Richtig!
"Der Abzug der Verpflegungspauschalen ist auf die ersten drei Monate
einer längerfristigen beruflichen Tätigkeit an derselben
Tätigkeitsstätte beschränkt. "
(§ 9 Abs. 4a Satz 6 EStG)
und die ist laut dem von Dir andernorts dankenswerterweise verlinkten
Rundschreiben erst dann gegeben, wenn regelmäßig drei Tage oder mehr
am Ort verbracht werden.
Beziehst du dich auf Folgendes:
"Von einer längerfristigen beruflichen Tätigkeit an derselben
Tätigkeitsstätte ist erst dann auszugehen, sobald der Arbeitnehmer an
dieser mindestens an drei Tagen in der Woche tätig wird. Die
Dreimonatsfrist beginnt daher nicht, solange die auswärtige
Tätigkeitsstätte an nicht mehr als zwei Tagen in der Woche aufgesucht
wird. ..."

Wuerde der Arbeitnehmer nur 2 Tage in der Woche von seiner Wohnung zu
einer weiteren Taetigkeitsstaette fahren, die nicht seine erste
taetigkeitsstaette ist, dann koennte er ewig 12 Euro
Verpflegungsmehraufwand fuer jeden Tag geltend machen, wenn er
mindestens 8 h abwesend ist. Die Drei-Monats-Frist gilt nicht.
--
Thomas Homilius
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Marc Haber
2019-03-11 08:33:48 UTC
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Post by Thomas Homilius
Post by Marc Haber
Post by Thomas Homilius
Post by Marc Haber
Gab es da für den Verpflegungsmehraufwand nicht eine Dreimonatsgrenze?
Richtig!
"Der Abzug der Verpflegungspauschalen ist auf die ersten drei Monate
einer längerfristigen beruflichen Tätigkeit an derselben
Tätigkeitsstätte beschränkt. "
(§ 9 Abs. 4a Satz 6 EStG)
und die ist laut dem von Dir andernorts dankenswerterweise verlinkten
Rundschreiben erst dann gegeben, wenn regelmäßig drei Tage oder mehr
am Ort verbracht werden.
"Von einer längerfristigen beruflichen Tätigkeit an derselben
Tätigkeitsstätte ist erst dann auszugehen, sobald der Arbeitnehmer an
dieser mindestens an drei Tagen in der Woche tätig wird. Die
Dreimonatsfrist beginnt daher nicht, solange die auswärtige
Tätigkeitsstätte an nicht mehr als zwei Tagen in der Woche aufgesucht
wird. ..."
Genau.
Post by Thomas Homilius
Wuerde der Arbeitnehmer nur 2 Tage in der Woche von seiner Wohnung zu
einer weiteren Taetigkeitsstaette fahren, die nicht seine erste
taetigkeitsstaette ist, dann koennte er ewig 12 Euro
Verpflegungsmehraufwand fuer jeden Tag geltend machen, wenn er
mindestens 8 h abwesend ist. Die Drei-Monats-Frist gilt nicht.
Klingt fein ;-

Grüße
Marc
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