Discussion:
Kleinunternehmer Rechnung mal mit und mal ohnen MwSt????
(zu alt für eine Antwort)
J. Bender
2005-02-21 09:44:41 UTC
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Hallo,
bin am verzweifeln. Habe gerade beim Finazamt angerufen und bin jetzt
verwirrter wie vorher.
Folgende Grundlage:

Habe Kleinunternehmer Regelung ohne MwSt Option.
Ich habe 99% Privatkunden die keine Rechnung und demnach auch keine MwSt
ausgewiesen bräuchten. Ich habe auch noch nie eine Rechnung stellen
müssen. Jetzt habe ich die Möglichkeit weitere Kunden zu bekommen die
aber eine Rechnung mit ausgewiesener MwSt benötigen.

Jetzt sagt das Finazamt geht nicht, entweder schreibe ich alle
Rechnungen mit MwSt. oder ausahmslos alle Rechnung ohne MwSt.

Kann das sein? Ich weiss das ich für mich die MwSt nicht verrechnen kann
wegen der Kleinuntnehemer Regelung, ich will ja auch nur an die Aufträge
kommen die ich aber nur bekomme wenn ich MwSt. ausweisen kann. hmmm..

Es ist ja eigentlich nur zum Vorteil für das Fianzamt, ich verstehe das
nicht.

Noch was, da ich noch nie eine Rechnung gestellt habe und es ja dies
Sache mit den fortlaufenden rechnungsnummern gibt. Ich kann ja für mich
jeweils die Rechnungen nachdrucken für die Kunden mit der Nummer. Also
beginnend von Rechnung Nr. 1
Kann ich das für jedes Jahr beginnen mit Nr. 1 z.B. 001-2005 für das
Jahr 2005 oder muss die Nummerierung durchgehend fortlaufend über Jahre
hinweg sein? Dann könnet ich ja mit 001-2005 beginen für dieses Jahr.

Sorry wenn sich das etwas doof anhört, bin halt Änfänger.

Grüße
Matthias Koehler
2005-02-21 10:09:47 UTC
Permalink
[J. Bender:]
Post by J. Bender
Jetzt habe ich die Möglichkeit weitere Kunden zu bekommen die
aber eine Rechnung mit ausgewiesener MwSt benötigen.
Zum Kuckuck noch mal - die benötigen das überhaupt nicht. Was sitzen denn
dort für Stümper, die Dir solchen Unfug erzählen?
Post by J. Bender
Jetzt sagt das Finazamt geht nicht, entweder schreibe ich alle
Rechnungen mit MwSt. oder ausahmslos alle Rechnung ohne MwSt.
Genau. Entweder optiert man zur Umsatzsteuer (und ist dann für fünf Jahre
daran gebunden) oder man bleibt Kleinunternehmer ohne Umsatzsteuer.
Post by J. Bender
Kann das sein? Ich weiss das ich für mich die MwSt nicht verrechnen kann
wegen der Kleinuntnehemer Regelung, ich will ja auch nur an die Aufträge
kommen die ich aber nur bekomme wenn ich MwSt. ausweisen kann. hmmm..
Dann wechsle die Auftraggeber. Und zwar gegen solche, die wissen, dass es
vollkommen egal ist, ob sie eine Rechnung eines Kleinunternehmers über 100
EUR oder eine Rechnung über 116 EUR mit 16 EUR ausgewiesener Vorsteuer
bekommen. Denn genau so ist es und nicht anders.

Aber rechne noch mal nach, ob es für Dich nicht besser ist, zur Umsatzsteuer
zu optieren. Auch im Hinblick auf Investitionen und Wareneinkauf, wo Du ja
dann selbst auch die Vorsteuer ziehen kannst. Die Kleinunternehmerregelung
lohnt sich nur, wenn Du den allergrößten Teil des Umsatzes mit Privatleuten
machst und dazu keine teuren Geräte benötigst.
Post by J. Bender
Kann ich das für jedes Jahr beginnen mit Nr. 1 z.B. 001-2005 für das
Jahr 2005 oder muss die Nummerierung durchgehend fortlaufend über Jahre
hinweg sein? Dann könnet ich ja mit 001-2005 beginen für dieses Jahr.
Kannst Du machen. Ob Du nun jedes Jahr neu anfängst oder auch über den
Jahreswechsel weiterzählst, das bleibt Dir überlassen. Ich zähle weiter.

Matthias
--
Matthias Köhler
Film- und Fernsehproduktion
http://www.koehler-film.de
Matthias Kryn
2005-02-21 10:21:50 UTC
Permalink
Post by J. Bender
Habe Kleinunternehmer Regelung ohne MwSt Option.
Ich habe 99% Privatkunden die keine Rechnung und demnach auch
keine MwSt ausgewiesen bräuchten. Ich habe auch noch nie eine
Rechnung stellen müssen. Jetzt habe ich die Möglichkeit
weitere Kunden zu bekommen die aber eine Rechnung mit
ausgewiesener MwSt benötigen.
Hast Du diesen Kunden gesagt, dass Du Kleinunternehmer bist und
deswegen die USt nicht ausweisen musst?

Andersherum: was macht es für einen Unterschied, ob sie 100,-
Euro netto oder 116,- Euro brutto bezahlen?
Post by J. Bender
Jetzt sagt das Finazamt geht nicht, entweder schreibe ich alle
Rechnungen mit MwSt. oder ausahmslos alle Rechnung ohne MwSt.
Korrekt.
Post by J. Bender
Kann das sein? Ich weiss das ich für mich die MwSt nicht
verrechnen kann wegen der Kleinuntnehemer Regelung, ich will
ja auch nur an die Aufträge kommen die ich aber nur bekomme
wenn ich MwSt. ausweisen kann. hmmm..
Du musst Deinen zukünftigen Kunden auf psychologisch
vorteilhafte Weise klarmachen, dass sie Wissenslücken haben.

Grüße
Matthias
Matthias Hanft
2005-02-21 10:49:29 UTC
Permalink
Post by Matthias Kryn
Andersherum: was macht es für einen Unterschied, ob sie 100,-
Euro netto oder 116,- Euro brutto bezahlen?
Üblicherweise wollen solche Kunden 100,- Euro brutto bezahlen :-/

Gruß Matthias.
Martin Schoenbeck
2005-02-21 11:12:46 UTC
Permalink
Hallo Matthias,
Post by Matthias Hanft
Post by Matthias Kryn
Andersherum: was macht es für einen Unterschied, ob sie 100,-
Euro netto oder 116,- Euro brutto bezahlen?
Üblicherweise wollen solche Kunden 100,- Euro brutto bezahlen :-/
Das ist das Problem, wenn 100 EUR der Marktpreis für diese Ware ist. Aus
der Falle kommt man als Kleinunternehmer auch nicht raus. Wenn man trotzdem
noch was dran verdient, kann man natürlich für 86,20 anbieten, einfach um
zu sehen, ob man damit in den Bereich kommt, wo sich die Option lohnt. Nur
sollte man das besser nicht die anderen Kunden wissen lassen.

Gruß Martin
--
Bitte nicht an der E-Mail-Adresse fummeln, die paßt so.
-------------------------------------------------------
Softwarepatente? Nein, danke. Hier eintragen:
http://petition.eurolinux.org/index_html
Goetz Buchholz
2005-02-21 18:41:07 UTC
Permalink
Post by Matthias Kryn
Du musst Deinen zukünftigen Kunden auf psychologisch
vorteilhafte Weise klarmachen, dass sie Wissenslücken haben.
Nett gesagt.
Ich empfehle in diesem Fall, den Kunden zu fragen, wie er denn eigentlich
seine Briefmarken in die Buchhaltung einträgt. Da ist ja auch keine
Mehrwertsteuer drauf - und trotzdem kriegen die meisten das hin :-))

Goetz
--
Goetz Buchholz
Worte en gros und en détail
***@goetzbuchholz.de
www.goetzbuchholz.de
www.mediafon.net
Michael Ströder
2005-02-22 02:00:21 UTC
Permalink
Post by Matthias Kryn
Andersherum: was macht es für einen Unterschied, ob sie 100,-
Euro netto oder 116,- Euro brutto bezahlen?
Ist das nicht für z.B. Behörden von Belang, da diese IMHO selbst nicht
vorsteuerabzugsberechtigt sind?

Ciao, Michael.
Matthias Koehler
2005-02-22 08:53:35 UTC
Permalink
[Michael:]
Post by Michael Ströder
Ist das nicht für z.B. Behörden von Belang, da diese IMHO selbst nicht
vorsteuerabzugsberechtigt sind?
Genau - mit Behörden und öffentlich-rechtlichen Anstalten muss man so
verhandeln wie mit Privatpersonen. Die interessieren sich in erster Linie
für die Bruttosumme. Manche rechnen das aber automatisch um, so dass man mit
denen dann wieder über Nettosummen reden kann.

Man muss eben genau schauen, was in der Ausschreibung steht und wie die
Leute es gerne im Angebot angegeben haben wollen. Also in der Praxis
bedeutet das: Welche Zeile mache ich fett und welche nicht... :-)

Matthias
--
Matthias Köhler
Film- und Fernsehproduktion
http://www.koehler-film.de
Martin Schoenbeck
2005-02-21 11:17:20 UTC
Permalink
Hallo J.

J. Bender schrieb:
^^ mach da doch mal 'nen richtigen Namen hin.
Post by J. Bender
Es ist ja eigentlich nur zum Vorteil für das Fianzamt, ich verstehe das
nicht.
Wenn das insgesamt zum Vorteil des Finanzamts ist, dann machst Du einen
Fehler. Denn dann müßtest Du zur Umsatzsteuer optieren. Du hast eben bei
den Privatleuten den Vorteil, den von Dir erarbeiteten Mehrwert nicht der
Umsatzsteuer unterwerfen zu müssen. Letztendlich mußt Du Dir ausrechnen, ab
wann die Option besser ist.

Gruß Martin
--
Bitte nicht an der E-Mail-Adresse fummeln, die paßt so.
-------------------------------------------------------
Softwarepatente? Nein, danke. Hier eintragen:
http://petition.eurolinux.org/index_html
Bernd Enke
2005-02-21 17:09:30 UTC
Permalink
Hallo allerseits,

als Kleinunternehmer muss man die Rechnungen nicht numerieren und unterliegt
auch nicht den sonstigen Anforderungen an eine Rechnung.

Das Problem, den Empfängern einer Rechnung ohne Mehrwertsteuer den Vorteil
klarzumachen, ist wirklich mehr psychologischer Art.

Ich denke, notfalls mal eine Rechnung mit Umsatzsteuer - das heißt nicht
automatisch Option zur Umsatzsteuer, eher unberechtigt ausgewiesen und dann
auch abzuführen?!

Was meint Ihr?

Bernd
Martin Kissel
2005-02-21 18:53:19 UTC
Permalink
Post by Bernd Enke
Ich denke, notfalls mal eine Rechnung mit Umsatzsteuer - das heißt nicht
automatisch Option zur Umsatzsteuer, eher unberechtigt ausgewiesen und dann
auch abzuführen?!
Ganz oder gar nicht. Ein Zwischending gibt es nicht.
J. Bender
2005-02-21 20:11:42 UTC
Permalink
Post by Martin Kissel
Post by Bernd Enke
Ich denke, notfalls mal eine Rechnung mit Umsatzsteuer - das heißt
nicht automatisch Option zur Umsatzsteuer, eher unberechtigt
ausgewiesen und dann auch abzuführen?!
Ganz oder gar nicht. Ein Zwischending gibt es nicht.
Genau, so hat es das Finanzamt heute morgen auch zu mir gesagt!
Wenn man die richtigen Argumente hat ist es ja gar nicht so schlimm.
Also wenn ich auch die Nummerierung der Rechnungen nicht benötige ist es
ja easy.

Grüße und danke für alle die Antworten!
Florian Reichert
2005-02-25 12:08:00 UTC
Permalink
Post by Bernd Enke
Hallo allerseits,
als Kleinunternehmer muss man die Rechnungen nicht numerieren und unterliegt
auch nicht den sonstigen Anforderungen an eine Rechnung.
Gibt es dafür eine Quelle? Ich denke als Kleinunternehmer mußt Du doch
auch keine Stuernummer angeben (da ja keine U-St. Nr. vorhanden). Dazu
suche ich aber noch eine Fundstelle, da ich öfter von Kunden gefragt
werde, ob meine Rechnungen so korrekt sind.
Post by Bernd Enke
Das Problem, den Empfängern einer Rechnung ohne Mehrwertsteuer den Vorteil
klarzumachen, ist wirklich mehr psychologischer Art.
Ich weise auf den Rechnungen darauf hin, daß keine MwST enthalten ist.
Eric Lorenz
2005-02-25 17:36:40 UTC
Permalink
Post by Florian Reichert
Gibt es dafür eine Quelle? Ich denke als Kleinunternehmer mußt Du doch
auch keine Stuernummer angeben (da ja keine U-St. Nr. vorhanden). Dazu
suche ich aber noch eine Fundstelle, da ich öfter von Kunden gefragt
werde, ob meine Rechnungen so korrekt sind.
Als Kleinunternehmer mußt du auch deine Steuernummer angeben.
Steht im BMF-Schreiben.

Eric
Florian Kleinmanns
2005-02-25 19:17:30 UTC
Permalink
Post by Eric Lorenz
Post by Florian Reichert
Gibt es dafür eine Quelle? Ich denke als Kleinunternehmer mußt Du doch
auch keine Stuernummer angeben (da ja keine U-St. Nr. vorhanden). Dazu
suche ich aber noch eine Fundstelle, da ich öfter von Kunden gefragt
werde, ob meine Rechnungen so korrekt sind.
Als Kleinunternehmer mußt du auch deine Steuernummer angeben.
Steht im BMF-Schreiben.
Rechtsfolge bei Verstoß: überhaupt keine.

Grüße
Florian
--
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"Reply-To" address only.
Eric Lorenz
2005-02-25 22:52:34 UTC
Permalink
Post by Florian Kleinmanns
Rechtsfolge bei Verstoß: überhaupt keine.
Kein Vorsteuerabzug...Mist, geht ja auch nicht...Mir fallen
so auch keine Sanktionen ein. Es war aber mal geplant, solchen
Rechnungen den BA-Abzug zu versagen. Ist aber nie durchgekommen.

Eric
Martin Klöbb
2005-02-25 21:44:03 UTC
Permalink
Post by Florian Reichert
Gibt es dafür eine Quelle? Ich denke als Kleinunternehmer mußt Du doch
auch keine Stuernummer angeben (da ja keine U-St. Nr. vorhanden). Dazu
suche ich aber noch eine Fundstelle, da ich öfter von Kunden gefragt
werde, ob meine Rechnungen so korrekt sind.
§ 19 Abs. 1 S. 4 sagt nur, dass keine UST-ID Nr. im Falle des § 6a anzugeben
ist!
Steuernummer ist sehr wohl anzugeben, § 14 Abs. 4 Nr. 2!

Da brauchen wir das BMF Schreiben gar nicht erst zu bemühen!

Gruß
Martin
Eric Lorenz
2005-02-25 22:54:36 UTC
Permalink
Post by Martin Klöbb
§ 19 Abs. 1 S. 4 sagt nur, dass keine UST-ID Nr. im Falle des § 6a anzugeben
ist!
Steuernummer ist sehr wohl anzugeben, § 14 Abs. 4 Nr. 2!
Da brauchen wir das BMF Schreiben gar nicht erst zu bemühen!
War aber trotzdem bei vielen eine Zweifelsfrage. Deswegen tauchte es im
BMF-Schreiben extra auf.

Eric

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