Discussion:
Depot fürs Kind auf Namen eines Elternteils
(zu alt für eine Antwort)
Markus Schaaf
2021-07-02 16:51:35 UTC
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Hallo,

gerade die preislich attraktiveren Broker bieten oft kein Depot
für Minderjährige. Hat jemand konkrete Erfahrungen mit dem
Finanzamt, wenn man ein Depot extra (und ausschließlich) fürs
Kind benutzt, das auf den eigenen Namen läuft, unnd die Gewinne
dann im Namen des Kindes versteuert?
Detlef Meißner
2021-07-02 17:14:19 UTC
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Post by Markus Schaaf
Hallo,
gerade die preislich attraktiveren Broker bieten oft kein Depot
für Minderjährige. Hat jemand konkrete Erfahrungen mit dem
Finanzamt, wenn man ein Depot extra (und ausschließlich) fürs
Kind benutzt, das auf den eigenen Namen läuft, unnd die Gewinne
dann im Namen des Kindes versteuert?
Du kannst problemlos Geld auf den Namen des Kindes anlegen und den
Freibetrag für Kapitalertragsteuer nutzen.

Bei höheren Erträgen empfiehlt sich die Beantragung einer NV-Bescheinigung.

Detlef
Markus Schaaf
2021-07-02 17:51:18 UTC
Permalink
Post by Detlef Meißner
Du kannst problemlos Geld auf den Namen des Kindes anlegen und den
Freibetrag für Kapitalertragsteuer nutzen.
Danke für die Antwort. Aber ich kann Deiner Formulierung nicht
entnehmen, ob das Finanzamt Probleme macht, weil das Depot auf
meinen Namen läuft, nicht den des Kindes. Freistellungsaufträge
angeben, würde ich in diesem Fall auch vermeiden, da der ja auf
meinen Namen ans Finanzamt gemeldet wird und dann die Obergrenze
überschreitet. Eher würde ich die Abgeltungssteuer im Rahmen der
Einkommensteuererklärung fürs Kind(!) zurückholen. Eigentlich
geht's ja auch nicht um die 800 EUR, sondern die 8000, wie Du
bereits richtig bemerkt hast. Wahrscheinlich wird's ein
Auslandsdepot, also gäbe es auch keine automatische
Abgeltungssteuer.

MfG
Detlef Meißner
2021-07-02 20:04:47 UTC
Permalink
Post by Markus Schaaf
Post by Detlef Meißner
Du kannst problemlos Geld auf den Namen des Kindes anlegen und den
Freibetrag für Kapitalertragsteuer nutzen.
Danke für die Antwort. Aber ich kann Deiner Formulierung nicht
entnehmen, ob das Finanzamt Probleme macht, weil das Depot auf
meinen Namen läuft, nicht den des Kindes.
Oh, das habe ich übersehen, weil es nur im Betreff stand. Du schriebst
ja auch, dass es bei einigen Brokern nicht auf den Namen des Kindes geht.
Post by Markus Schaaf
Freistellungsaufträge
angeben, würde ich in diesem Fall auch vermeiden, da der ja auf
meinen Namen ans Finanzamt gemeldet wird und dann die Obergrenze
überschreitet. Eher würde ich die Abgeltungssteuer im Rahmen der
Einkommensteuererklärung fürs Kind(!) zurückholen.
Das geht dann aber auch nicht, wenn das nicht auf den Namen des Kindes
läuft.
Post by Markus Schaaf
Eigentlich
geht's ja auch nicht um die 800 EUR, sondern die 8000, wie Du
bereits richtig bemerkt hast. Wahrscheinlich wird's ein
Auslandsdepot, also gäbe es auch keine automatische
Abgeltungssteuer.
Allerdings müssen auch die im Ausland erwirtschafteten Gewinne bei uns
versteuert werden.

Ich denke, so richtig sauber ist das nur, wenn das auf den Namen des
Kindes läuft, andernfalls besteht der Verdacht auf Steuerbetrug.

Detlef
Thomas Homilius
2021-07-02 17:19:28 UTC
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Post by Markus Schaaf
Hallo,
gerade die preislich attraktiveren Broker bieten oft kein Depot für
Minderjährige. Hat jemand konkrete Erfahrungen mit dem Finanzamt, wenn
man ein Depot extra (und ausschließlich) fürs Kind benutzt, das auf den
eigenen Namen läuft, unnd die Gewinne dann im Namen des Kindes versteuert?
Die Steuer-ID des Kindes, des wirtschftlich Berechtigten, ist bei der
Bank anzugeben (§ 154 Abs. 2a AO). Das Kind versteuert die Einkuenfte.
Aber ob die Bank das mitmacht, wenn Kontoinhaber und wirtschaftlich
Berechtigter nicht identisch sind?
--
Thomas Homilius
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Thomas Hochstein
2021-07-02 19:03:31 UTC
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Post by Markus Schaaf
gerade die preislich attraktiveren Broker bieten oft kein Depot
für Minderjährige. Hat jemand konkrete Erfahrungen mit dem
Finanzamt, wenn man ein Depot extra (und ausschließlich) fürs
Kind benutzt, das auf den eigenen Namen läuft,
Und die preislich attraktiveren Broker bieten die Eröffnung von Depots
an, deren wirtschaftlich Berechtigter nicht der Kontoinhaber ist? Das
würde mich jetzt ausgesprochen überraschen.
Markus Schaaf
2021-07-02 20:31:40 UTC
Permalink
Post by Thomas Hochstein
Und die preislich attraktiveren Broker bieten die Eröffnung von Depots
an, deren wirtschaftlich Berechtigter nicht der Kontoinhaber ist? Das
würde mich jetzt ausgesprochen überraschen.
Da das erstmal nur eine Sache zwischen mir und dem deutschen
Fiskus ist, würde ich davon ausgehen, dass das dem Broker egal
ist, solange er damit nicht belästigt wird. Auch wenn ich formal
gegen seine Geschäftsbedingungen verstoße. Wenn er denn jemals
davon erfährt und das Depot deswegen kündigt, werde ich nicht
jammern.
Thomas Hochstein
2021-07-02 21:22:46 UTC
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Post by Markus Schaaf
Da das erstmal nur eine Sache zwischen mir und dem deutschen
Fiskus ist, würde ich davon ausgehen, dass das dem Broker egal
ist, solange er damit nicht belästigt wird.
Naja, er wird üblicherweise eine Erklärung von Dir verlangen, nach der
Du das Konto auf eigene Rechnung führst.
Post by Markus Schaaf
Auch wenn ich formal
gegen seine Geschäftsbedingungen verstoße. Wenn er denn jemals
davon erfährt und das Depot deswegen kündigt, werde ich nicht
jammern.
Wenn Du diese Erklärung abgibst, wird das Finanzamz Dich daran wohl
festhalten.

-thh
Markus Schaaf
2021-07-03 08:10:06 UTC
Permalink
Post by Thomas Hochstein
Wenn Du diese Erklärung abgibst, wird das Finanzamz Dich daran wohl
festhalten.
Was sollte das Finanzamt die Vertragsgestaltung mit einem Broker
interessieren, von der sie gar nichts wissen? Ich lege im Rahmen
der Steuererklärung keine Verträge oder AGBs vor, bestenfalls
einen Depotauszug, aus dem Dividenden oder Zinsen hervorgehen,
und das auch nur, wenn ich danach gefragt werde. Und da könnte
irgendwo mein Name stehen. Das ist alles.

Allerdings hatte ich nach praktischen Erfahrungen gefragt, nicht
nach rechthaberischen Winkelzügen. Insofern ist diese
Unterhaltung völlig fruchtlos. Denn es geht ja nicht darum,
irgendwen zu bescheißen, auch nicht den Fiskus, sondern einfach
ein praktisches Problem pragmatisch zu lösen. Statt "billiger
Broker" kannst Du auch "einziger Broker, bei dem ein bestimmtes
Papier handelbar ist" einsetzen, dann wird's vielleicht klarer.

Ich werde also mal direkt beim Finanzamt nachfragen.

MfG
Thomas Hochstein
2021-07-03 09:52:19 UTC
Permalink
Post by Markus Schaaf
Post by Thomas Hochstein
Wenn Du diese Erklärung abgibst, wird das Finanzamz Dich daran wohl
festhalten.
Was sollte das Finanzamt die Vertragsgestaltung mit einem Broker
interessieren, von der sie gar nichts wissen?
Je nun, das Finanzamt interessieren solche Dinge immer dann, wenn sie
sie herausfinden; das ist jetzt ja nicht neu und kein Spezifikum.

Ich würde nur lebensnah davon ausgehen, dass eine immer mögliche
Prüfung Deiner Steuererklärung, die zu dem Resultat führt, dass Du ein
Depot ausdrücklich auf eigene Rechnung führst, die Einnahmen aber als
angebliche Einnahmen eines Kindes erklärst, zu einigem
Erklärungsbedarf führen wird.
Post by Markus Schaaf
Das ist alles.
Na dann.
Post by Markus Schaaf
Allerdings hatte ich nach praktischen Erfahrungen gefragt, nicht
nach rechthaberischen Winkelzügen.
Na dann.
Post by Markus Schaaf
Ich werde also mal direkt beim Finanzamt nachfragen.
Hoffentlich liefern sie Dir praktische Erfahrungen und nicht
rechthaberische Winkelzüge.

-thh
Markus Schaaf
2021-07-03 12:01:23 UTC
Permalink
Post by Thomas Hochstein
Ich würde nur lebensnah davon ausgehen, dass eine immer mögliche
Prüfung Deiner Steuererklärung, die zu dem Resultat führt, dass Du ein
Depot ausdrücklich auf eigene Rechnung führst, die Einnahmen aber als
angebliche Einnahmen eines Kindes erklärst, zu einigem
Erklärungsbedarf führen wird.
Das würde ich auch erwarten, und es entsprechend erklären. Anhand
der Buchungen vom Konto meines Kindes aufs Depot und wieder
zurück sollte der Plausibilität auch Genüge getan sein. Immerhin
ist der Wunsch, auch in Zeiten von Nullzinsen eine attraktive
Rendite fürs Kind zu erwirtschaften, nicht irgendwie lebensfern.
Und was Winkelzüge angeht: Die Begründung des Finanzamts ist mir
egal. Wenn sie sagen, dass sie das nicht akzeptieren, ist das
eben so. Ich bin nicht der Typ, der sich um sowas streitet.

MfG
Stefan Schmitz
2021-07-04 14:31:06 UTC
Permalink
Post by Markus Schaaf
Hallo,
gerade die preislich attraktiveren Broker bieten oft kein Depot für
Minderjährige.
Was spricht denn gegen einen preislich nicht ganz so attraktiven Broker,
der aber so ein Depot anbietet?

Bei Kindesvermögen besteht kein Grund zu häufigen Käufen und Verkäufen,
die ja gern auch mal zu Verlusten führen. Die Kosten für ein Fondsdepot
sollten nicht so stark variieren.
Markus Schaaf
2021-07-04 17:45:09 UTC
Permalink
Post by Stefan Schmitz
Bei Kindesvermögen besteht kein Grund zu häufigen Käufen und Verkäufen,
die ja gern auch mal zu Verlusten führen.
Gut dass Du Deine Erfahrungen auf andere extrapolierst. Weil alle
die gleichen Erfahrungen und Fähigkeiten haben, sind auch alle
Anleger Millionäre. Ich will eben keinen weiteren "ETF-Sparplan".
So etwas ähnliches haben wir genug. Und meiner bescheidenen
Meinung nach sind diese Kunden genau die, die meine bisherigen
und zukünftigen Gewinne bezahlen. Und ja, man muss dazu ab und zu
mal verkaufen und kaufen. Ist nicht böse gemeint, aber Wert
vermehrt sich nicht, er wandert nur von einer Tasche in eine
andere. Übrigens wird gerade klassisches Zinsgeschäft heutzutage
nicht von Banken angeboten, sondern von neumodischen Startups,
gerne in unregulierten Märkten.
Gerald Gruner
2021-07-06 21:11:59 UTC
Permalink
Post by Markus Schaaf
Post by Stefan Schmitz
Bei Kindesvermögen besteht kein Grund zu häufigen Käufen und Verkäufen,
die ja gern auch mal zu Verlusten führen.
Gut dass Du Deine Erfahrungen auf andere extrapolierst. Weil alle
die gleichen Erfahrungen und Fähigkeiten haben, sind auch alle
Anleger Millionäre. Ich will eben keinen weiteren "ETF-Sparplan".
So etwas ähnliches haben wir genug. Und meiner bescheidenen
Meinung nach sind diese Kunden genau die, die meine bisherigen
und zukünftigen Gewinne bezahlen. Und ja, man muss dazu ab und zu
mal verkaufen und kaufen. Ist nicht böse gemeint, aber Wert
vermehrt sich nicht, er wandert nur von einer Tasche in eine
andere. Übrigens wird gerade klassisches Zinsgeschäft heutzutage
nicht von Banken angeboten, sondern von neumodischen Startups,
gerne in unregulierten Märkten.
Wenn du spekulieren willst, dann spekulier doch mit deinem eigenen Geld,
nicht mit dem, das (angeblich) deinem Kind gehören soll.
Oder ist das nur eine Täuschung?
Bist du doch der wahre wirtschaftlich Berechtigte?
Versuchst du da eine Art "Steuersparmodell"?

MfG
Gerald
--
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Meinung unterscheiden. Respekt wird vielfach als Akzept missverstanden.
Eine respektierte Meinung ist gefährlich. Schade.
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