Discussion:
Einzelkauffrau mit verschiedenen Dienstleistungen
(zu alt für eine Antwort)
Harald Friis
2019-04-19 15:47:49 UTC
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Hallo,

nach gefühlten Jahren der Enthaltsamkeit mal wieder ein Blick in die NG
- samt einer Frage:

Bekannte ist Gewerbetreibende, bei der wir in die Gewerbemeldung
verschiedene Dienstleistungen eingetragen haben:
- Schreibservice
- Übersetzungen
- Tätigkeiten als Coach
- Gartengestaltung

Sie macht das als 1-Frau-Unternehmen. Einige Jahre war es vor allem der
Schreibservice. Als der Hauptauftragnehmer wegbrach, nahm sie mehr
Coaching-Stellen an. Bei einer Bekannten gestaltet sie den Garten. Alles
kleinere Sachen, ernährt die eine Person, aber nicht mehr.

Die Steuern werden durch Vermögensvergleich berechnet, sie muss also
bilanzieren.

Sie macht eine Buchführung für die vielleicht 20 Rechnungen, die sie
stellt und vielleicht 20 Rechnungen, die sie bekommt. Keine Probleme mit
dem FA.

Nun kam für die vergangenen drei Jahre die Aufforderung, doch bitte für
jedes einzelne Gewerbe eine eigene Buchführung zu erstellen und ggf.
eine 0-Erklärung abzugeben.

Ist das üblich? Nach meiner Auffassung war sie doch immer eine
Unternehmerin mit einem Gesamtumsatz. Dies wurde vom FA auch nie
bemängelt. Hat sich da was geändert?

Danke für Hinweise und alles Gute.

Gruß

Harald Friis
Matthias Hanft
2019-04-19 16:23:37 UTC
Permalink
Post by Harald Friis
Nun kam für die vergangenen drei Jahre die Aufforderung, doch bitte für
jedes einzelne Gewerbe eine eigene Buchführung zu erstellen und ggf.
eine 0-Erklärung abzugeben.
Wenn sie nur eine einzige Gewerbeanmeldung eingereicht hat, hat sie
IMHO auch nur ein Gewerbe. ("Weine und Kohlen")
Post by Harald Friis
Ist das üblich? Nach meiner Auffassung war sie doch immer eine
Unternehmerin mit einem Gesamtumsatz. Dies wurde vom FA auch nie
bemängelt. Hat sich da was geändert?
Also ich hab von so einer "Zwangs-Aufsplittung" noch nix gehört.
Sowas mag bei einer Mischung zwischen Freien Berufen und Gewerbe
nötig bzw. sinnvoll sein (damit man die GewSt nur auf den gewerb-
lichen Teil seiner Tätigkeit bezahlt).

Ich würde da mal beim Finanzamt nach der Rechtsgrundlage für diese
Aufforderung nachfragen. Aber wie weit man sowas ausdiskutieren
kann oder mag, hängt halt davon ab, wie gute Nerven und Sitzfleisch
man als Unternehmer denn so hat.

Gruß Matthias.
Marc Haber
2019-04-22 11:45:33 UTC
Permalink
Post by Matthias Hanft
Also ich hab von so einer "Zwangs-Aufsplittung" noch nix gehört.
Sowas mag bei einer Mischung zwischen Freien Berufen und Gewerbe
nötig bzw. sinnvoll sein (damit man die GewSt nur auf den gewerb-
lichen Teil seiner Tätigkeit bezahlt).
Selbst da gilt die Absorptionstheorie: Die Freiberuflichkeit ist
dahin, sobald gewerbliche Aktivitäten auffallen.

Grüße
Marc
--
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ottitale
2019-04-19 16:39:17 UTC
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Harald Friis +***@gmx.de+ brachte am Fri, 19 Apr 2019 17:47:49
+0200 zum Thema "Einzelkauffrau mit verschiedenen Dienstleistungen" in
Post by Harald Friis
Hallo,
nach gefühlten Jahren der Enthaltsamkeit mal wieder ein Blick in die NG
Bekannte ist Gewerbetreibende, bei der wir in die Gewerbemeldung
- Schreibservice
- Übersetzungen
- Tätigkeiten als Coach
- Gartengestaltung
Da sollte man mal sortieren nach gewerblichen Tätigkeiten, evtl.
freiberuflichen und den sonstig selbständigen.

Gartengestaltung und Schreibservice dürften als gewerbliche Tätigkeit
laufen (§ 15 EStG).

Übersetzer ist in § 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG genannt als selbständige Tätigkeit.

Coaching müsste man genauer beleuchten. Da könnte
https://www.existenzgruender.de/SharedDocs/BMWi-Expertenforum/Gruendungsplanung/Freie-Berufe/beratende-Taetig/Unternehmensberater-und-Coach-freiberufliche-oder-gewerbliche-Taetigke.html
weiterhelfen.
Post by Harald Friis
Sie macht das als 1-Frau-Unternehmen. Einige Jahre war es vor allem der
Schreibservice. Als der Hauptauftragnehmer wegbrach, nahm sie mehr
Coaching-Stellen an. Bei einer Bekannten gestaltet sie den Garten. Alles
kleinere Sachen, ernährt die eine Person, aber nicht mehr.
Die Steuern werden durch Vermögensvergleich berechnet, sie muss also
bilanzieren.
Sie macht eine Buchführung für die vielleicht 20 Rechnungen, die sie
stellt und vielleicht 20 Rechnungen, die sie bekommt. Keine Probleme mit
dem FA.
Nun kam für die vergangenen drei Jahre die Aufforderung, doch bitte für
jedes einzelne Gewerbe eine eigene Buchführung zu erstellen und ggf.
eine 0-Erklärung abzugeben.
Evtl. reicht eine Zuordnung nach den Bereichen. Also eine Bilanz und
eine aufgegliederte Gewinn- und Verlustrechnung. Sollte man zumindest
dem Finanzamt vorschlagen.
Post by Harald Friis
Ist das üblich? Nach meiner Auffassung war sie doch immer eine
Unternehmerin mit einem Gesamtumsatz. Dies wurde vom FA auch nie
bemängelt. Hat sich da was geändert?
Nein, umsatzsteuerlich gilt immer noch ein Unternehmer, ein Unternehmen.
Aber ertragsteuerlich, also Einkommensteuer und Gewerbesteuer, steht auf
einem anderen Blatt.
Post by Harald Friis
Danke für Hinweise und alles Gute.
Ich hoffe, die Klarheiten sind damit beseitigt :-) .
Harald Friis
2019-04-19 18:14:49 UTC
Permalink
Hallo,
Post by ottitale
Da sollte man mal sortieren nach gewerblichen Tätigkeiten, evtl.
freiberuflichen und den sonstig selbständigen.
Gartengestaltung und Schreibservice dürften als gewerbliche Tätigkeit
laufen (§ 15 EStG).
Übersetzer ist in § 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG genannt als selbständige Tätigkeit.
Coaching müsste man genauer beleuchten. Da könnte
https://www.existenzgruender.de/SharedDocs/BMWi-Expertenforum/Gruendungsplanung/Freie-Berufe/beratende-Taetig/Unternehmensberater-und-Coach-freiberufliche-oder-gewerbliche-Taetigke.html
weiterhelfen.
Das ist ein gutes Stichwort. Vielleicht geht es um die Abgrenzung der
Freiberuflichkeit. Das passt aber nicht. Sie ist keine Übersetzerin,
sondern übersetzend tätig und sie ist auch keine beratende Betriebswirtin.

Es kann aber gut sein, dass dies der Anlass war - obwohl, siehe unten...
Post by ottitale
Evtl. reicht eine Zuordnung nach den Bereichen. Also eine Bilanz und
eine aufgegliederte Gewinn- und Verlustrechnung. Sollte man zumindest
dem Finanzamt vorschlagen.
Mich wundert nach den vielen Jahren diese Aufforderung, aber ja, es
würde dann eben auf mehrere GuV hinauslaufen.
Post by ottitale
Ich hoffe, die Klarheiten sind damit beseitigt :-) .
Einen hätte ich noch ;-)

Die Dame hat im selben Schreiben meine E-Bilanz moniert. Die Bekannte
hätte beim Eigenkapital per 01.01.2017 nicht mit dem Vorjahreswert
(31.12.2016) weitergerechnet, sondern mit dem Wert '0'. Insofern solle
sie eine geänderte E-Bilanz einreichen.

Diese Aussage ist a) nicht korrekt, aber b) steht m.E. in der E-Bilanz
der Wert per 01.01. gar nicht drinnen, oder?

Danke euch Beiden.

Gruß

Harald Friis
ottitale
2019-04-19 18:42:40 UTC
Permalink
Harald Friis +***@gmx.de+ brachte am Fri, 19 Apr 2019 20:14:49
+0200 zum Thema "Re: Einzelkauffrau mit verschiedenen Dienstleistungen"
Post by Harald Friis
Hallo,
Post by ottitale
Da sollte man mal sortieren nach gewerblichen Tätigkeiten, evtl.
freiberuflichen und den sonstig selbständigen.
Gartengestaltung und Schreibservice dürften als gewerbliche Tätigkeit
laufen (§ 15 EStG).
Übersetzer ist in § 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG genannt als selbständige Tätigkeit.
Coaching müsste man genauer beleuchten. Da könnte
https://www.existenzgruender.de/SharedDocs/BMWi-Expertenforum/Gruendungsplanung/Freie-Berufe/beratende-Taetig/Unternehmensberater-und-Coach-freiberufliche-oder-gewerbliche-Taetigke.html
weiterhelfen.
Das ist ein gutes Stichwort. Vielleicht geht es um die Abgrenzung der
Freiberuflichkeit. Das passt aber nicht. Sie ist keine Übersetzerin,
sondern übersetzend tätig und sie ist auch keine beratende Betriebswirtin.
Dann dürfte dies gelten:

https://www.existenzgruender.de/SharedDocs/BMWi-Expertenforum/Gruendungsplanung/Freie-Berufe/kuenstl-publ-Taetig/Uebersetzer-freiberufliche-Taetigkeit.html

Übersetzer (mit Qualifikationsnachweis) sind Freiberufler, die anderen
sind sonstig selbständig, aber eben nicht gewerblich.
Post by Harald Friis
Es kann aber gut sein, dass dies der Anlass war - obwohl, siehe unten...
Post by ottitale
Evtl. reicht eine Zuordnung nach den Bereichen. Also eine Bilanz und
eine aufgegliederte Gewinn- und Verlustrechnung. Sollte man zumindest
dem Finanzamt vorschlagen.
Mich wundert nach den vielen Jahren diese Aufforderung, aber ja, es
würde dann eben auf mehrere GuV hinauslaufen.
Oder eine GuV mit mehreren Bereichen. Das geht auch, z.B. über
Geschäftsbereiche.
Post by Harald Friis
Post by ottitale
Ich hoffe, die Klarheiten sind damit beseitigt :-) .
Einen hätte ich noch ;-)
Die Dame hat im selben Schreiben meine E-Bilanz moniert. Die Bekannte
hätte beim Eigenkapital per 01.01.2017 nicht mit dem Vorjahreswert
(31.12.2016) weitergerechnet, sondern mit dem Wert '0'. Insofern solle
sie eine geänderte E-Bilanz einreichen.
Diese Aussage ist a) nicht korrekt, aber b) steht m.E. in der E-Bilanz
der Wert per 01.01. gar nicht drinnen, oder?
Da sie eine Einzelunternehmerin ist, hat Sie weder Grundkapital noch
Stammkapital, sondern ein laufendes Kapital. Also im Grunde:

Kapital am 1.1.
+Einlagen
-Entnahmen
+Gewinn
-Verlust
=Kapital am 31.12. und zugleich am nächsten 1.1.
Post by Harald Friis
Danke euch Beiden.
Bitte...
--
Bei steuerlichen Fragen wenden Sie sich an Ihren Steuerberater.
Der weiß es vielleicht auch nicht besser, aber er hat eine Versicherung.
Matthias Hanft
2019-04-20 07:22:39 UTC
Permalink
Post by Harald Friis
Die Dame hat im selben Schreiben meine E-Bilanz moniert. Die Bekannte
hätte beim Eigenkapital per 01.01.2017 nicht mit dem Vorjahreswert
(31.12.2016) weitergerechnet, sondern mit dem Wert '0'. Insofern solle
sie eine geänderte E-Bilanz einreichen.
Diese Aussage ist a) nicht korrekt, aber b) steht m.E. in der E-Bilanz
der Wert per 01.01. gar nicht drinnen, oder?
Doch. Bei Einzelunternehmern steht im Eigenkapital in den Bilanz-Passiva:

* Anfangskapital
+ Einlagen
- Entnahmen
+ Jahresüberschuss (muss mit GuV übereinstimmen)
------------------------------------------------
= Eigenkapital zum Bilanzstichtag
================================================

Und das Anfangskapital im Jahr X+1 muss mit dem Eigenkapital im Jahr X
übereinstimmen (anscheinend merkt sich das Finanzamt das von einem Jahr
zum anderen).

Siehe auch https://www.myebilanz.de/myebilanz.pdf Kapitel 15.4.1 auf
Seite 98f. (bei den Entnahmen gibt es noch ein paar informatorische
Unterposten wie z.B. "davon Privatsteuern", "davon Sonderausgaben
und Außergewöhnliche Belastungen" etc., die aber nur zur Info da
sind und nicht mit in die Berechnung eingehen).

Gruß Matthias.
Harald Friis
2019-04-20 15:54:11 UTC
Permalink
Hallo,
Post by Matthias Hanft
* Anfangskapital
+ Einlagen
- Entnahmen
+ Jahresüberschuss (muss mit GuV übereinstimmen)
------------------------------------------------
= Eigenkapital zum Bilanzstichtag
================================================
Wie blind ich doch manchmal bin. Die FA-Dame schrieb wörtlich:

"Für jede dieser Tätigkeiten [diese sind zuvor aufgeführt, HF] ist
grundsätzlich eine gesonderte Gewinnermittlung zu führen und jede
Tätigkeit ist unter einer eigenen Steuernummer zu führen.
Ich bitte daher um Mitteilung, welche Tätigkeiten Sie tatsächlich
ausüben und auch in Zukunft weiter ausführen wollen. [...]
Nach Ihrer Stellungnahme werde ich Ihnen für jede Tätigkeit eine
entsprechende Steuernummer mitteilen, unter der die jeweilige
Gewinnermittlung, Umsatzsteuererklärung und Gewerbesteuererklärung zu
übermitteln ist. [...]

Hinsichtlich Ihrer Stellungnahme zu dem Bilanzenzusammenhang möchte ich
darauf hinweisen, dass der Endbestand in der Bilanz zum 31.12.2016
gleichzeitig als Wert der Anfangsbilanz zum 01.01.2017 stehen muss -
einen Anfangsbestand - wie vorliegend - von 0,00 € ist nicht möglich."

Nach dem letzten Satz dachte ich, dass irgendwo eine Anfangsbilanz mit
0,00 stehen muss, die ich nicht gefunden habe. Aber du hast natürlich
recht, dass unter den Passiva der Startwert steht. Auf meinem Ausdruck
der übermittelten E-Bilanz steht der korrekte Wert vom Vorjahr,
ansonsten wäre die Bilanz ja auch gar nicht ausgeglichen.

Etwas merkwürdig, das Ganze.

Danke für Infos,

Gruß

Harald Friis
Matthias Hanft
2019-04-21 07:04:02 UTC
Permalink
Post by Harald Friis
Nach Ihrer Stellungnahme werde ich Ihnen für jede Tätigkeit eine
entsprechende Steuernummer mitteilen, unter der die jeweilige
Gewinnermittlung, Umsatzsteuererklärung und Gewerbesteuererklärung zu
übermitteln ist. [...]
Aha?! N verschiedene GewSt-Erklärungen? Hat man dann auch N-mal
den Freibetrag von 24,5kEUR? Das wäre dann ja sogar mal ein
enormer Vorteil :-)

Gruß Matthias.
ottitale
2019-04-21 08:26:03 UTC
Permalink
Matthias Hanft +***@hanft.de+ brachte am Sun, 21 Apr 2019 09:04:02 +0200
zum Thema "Re: Einzelkauffrau mit verschiedenen Dienstleistungen" in der
Post by Matthias Hanft
Post by Harald Friis
Nach Ihrer Stellungnahme werde ich Ihnen für jede Tätigkeit eine
entsprechende Steuernummer mitteilen, unter der die jeweilige
Gewinnermittlung, Umsatzsteuererklärung und Gewerbesteuererklärung zu
übermitteln ist. [...]
Aha?! N verschiedene GewSt-Erklärungen? Hat man dann auch N-mal
den Freibetrag von 24,5kEUR? Das wäre dann ja sogar mal ein
enormer Vorteil :-)
Der Gewerbesteuer unterliegt der einzelne Gewerbebetrieb.

Gewinn
+Hinzurechnungen
-Kürzungen
=Gewerbeertrag
-Freibetrag (EU,GbR usw.)
=maßgebender Gewerbeertrag
*Steuermesszahl
=Gewerbesteuermessbetrag
*Hebesatz der Gemeinde
=Gewerbesteuer für den Gewerbebetrieb

Also ja, da ist tatsächlich ein "Vorteil". s.a. R 2.4 GewStR
--
Im verdorbensten Staat gibt es die meisten Gesetze.

Publius Cornelius Tacitus, Annalen 3, 27
Harald Friis
2019-04-21 13:08:15 UTC
Permalink
Hallo,
Post by ottitale
Post by Matthias Hanft
Aha?! N verschiedene GewSt-Erklärungen? Hat man dann auch N-mal
den Freibetrag von 24,5kEUR? Das wäre dann ja sogar mal ein
enormer Vorteil :-)
Also ja, da ist tatsächlich ein "Vorteil". s.a. R 2.4 GewStR
in ihrer Gemeinde gibt es 370% Gewerbesteuerhebesatz. Also - wenn ich es
richtig verstehe - hätte die Gemeinde dann etwas weniger und der Fiskus
dafür etwas mehr.

Für sie ist es ein Nullsummenspiel, oder?

Gruß

Harald Friis
Thomas Homilius
2019-04-21 16:25:35 UTC
Permalink
Post by Harald Friis
in ihrer Gemeinde gibt es 370% Gewerbesteuerhebesatz. Also - wenn ich es
richtig verstehe - hätte die Gemeinde dann etwas weniger und der Fiskus
dafür etwas mehr.
Für sie ist es ein Nullsummenspiel, oder?
Bei einem Gewerbesteuerhebesatz von 370% sind mehrere Gewerbebetriebe
tatsaechlich ein Nullsummenspiel gegenueber nur einem Gewerbebetrieb,
wenn kein Gewerbebetrieb Verlust macht. Einen "vertikalen"
Verlustausgleich zwischen den Gewerbebtrieben gibt es aber nicht!

In diesem Fall wuerde ich versuchen meine (Teil-)Gewerbe nur unter einem
einzigen Gewerbebetrieb zu fuehren und dafuer Gruende nennen:

Z.B. Es gibt fuer alle (Teil-)Gewerbe nur eine Betriebsstaette,
Anschrift, E-Mail-Adresse, Buchfuehrung, sie sind organisatorisch nicht
getrennt. Aber diese organisatorische Trennung fordert ja das FA bei der
Buchfuehrungspflicht.

Wenn zutreffend koennte der Gewerbetreibende noch auffuehren:
- gleicher Kundenstamm
- gleiche Arbeitsmittel
- gleiche Arbeitnehmer
usw.

Bei Schreibservice und Gartengestaltung wird das dann etwas schiwerig.
Trotzdem probieren!
--
Thomas Homilius
E-Mail: ***@gmail.com | GPG-Key: 0xA5AD0637441E286F
http://pgp.mit.edu/pks/lookup?op=get&search=0xA5AD0637441E286F
Thomas Homilius
2019-04-19 18:16:52 UTC
Permalink
Post by ottitale
Nein, umsatzsteuerlich gilt immer noch ein Unternehmer, ein Unternehmen.
Aber ertragsteuerlich, also Einkommensteuer und Gewerbesteuer, steht auf
einem anderen Blatt.
Steuerobjekt bei der Gewerbesteuer ist der Gewerbebetrieb. Auch wenn nur
ein einziges umsatzsteuerliches Unternehmen vorliegt, koennen mehrere
Gewerbebetriebe vorliegen. Da muss man aber aufpassen, Schreibservice
und Uebersetzungen koennten ein einziger Gewerbetrieb sein. Aber
Schreibservice und Gartengestaltung sind vielleicht 2 Gewerbebetriebe.

Fuer jeden Gewerbebetrieb ist eine eigene Gewerbesteuererklaerung
abzugeben. Es gibt keinen Verlustausgleich zwischen den Gewerben, aber
fuer jedes Gewerbe gibt es den Gewerbesteuer-Freibetrag.

Ich wuerde versuchen, alles unter nur einem Gewerbebetrieb zu
bilanzieren, auch Schreibservice und Gartengestltung. Vielleicht hilft das:
<https://www.steuertipps.de/selbststaendig-freiberufler/themen/mehrere-betriebe-mehrere-gewerbesteuer-freibetraege>

Es ist natuerlich bloed, wenn sich das Finanzamt da querstellt. Das geht
auch zu Lasten der Rechtssicherheit!
--
Thomas Homilius
E-Mail: ***@gmail.com | GPG-Key: 0xA5AD0637441E286F
http://pgp.mit.edu/pks/lookup?op=get&search=0xA5AD0637441E286F
Martin Gerdes
2019-04-24 10:19:20 UTC
Permalink
Post by Thomas Homilius
Post by ottitale
Nein, umsatzsteuerlich gilt immer noch ein Unternehmer, ein Unternehmen.
Aber ertragsteuerlich, also Einkommensteuer und Gewerbesteuer, steht auf
einem anderen Blatt.
Steuerobjekt bei der Gewerbesteuer ist der Gewerbebetrieb. Auch wenn nur
ein einziges umsatzsteuerliches Unternehmen vorliegt, koennen mehrere
Gewerbebetriebe vorliegen. Da muss man aber aufpassen, Schreibservice
und Uebersetzungen koennten ein einziger Gewerbetrieb sein. Aber
Schreibservice und Gartengestaltung sind vielleicht 2 Gewerbebetriebe.
Fuer jeden Gewerbebetrieb ist eine eigene Gewerbesteuererklaerung
abzugeben. Es gibt keinen Verlustausgleich zwischen den Gewerben, aber
fuer jedes Gewerbe gibt es den Gewerbesteuer-Freibetrag.
... und den Verlustausgleich gibt es für die Einzelperson, die diese
mehreren Gewerbe führt.

Nicht ganz einfach könnte die Zuordnung der Kosten werden. Unsereiner
kauft sich ein Paket Druckerpapier mit 500 Blatt zu 5 Euro, das eeeeewig
reicht, hier aber ist ganz offenkundig eine Druckerpapier-Verwaltung
erforderlich, damit die Einzelblattentnahmen sachrichtig den
unterschiedlichen Gewerben zugeordnet werden können.
Post by Thomas Homilius
Ich wuerde versuchen, alles unter nur einem Gewerbebetrieb zu
<https://www.steuertipps.de/selbststaendig-freiberufler/themen/mehrere-betriebe-mehrere-gewerbesteuer-freibetraege>
Es ist natuerlich bloed, wenn sich das Finanzamt da querstellt. Das geht
auch zu Lasten der Rechtssicherheit!
Man kann ein Haar nicht nur in der Mitte spalten (in zwei Teile
nämlich), sondern auch in mehrere mit wählbarem Mittenwinkel.

Ein Schelm nur käme darauf, daß die geringen Beträge den bürokratischen
Aufwand nicht rechtfertigen, schließlich schreibt der OP, daß die Stpfl.
mit ihren Erträgen gerade eben so durchkommt (daraus schätze ich mal ein
Gesamtvolumen von 30.000 Euro im Jahr).
Thomas Homilius
2019-04-24 17:52:41 UTC
Permalink
Post by Martin Gerdes
Post by Thomas Homilius
Fuer jeden Gewerbebetrieb ist eine eigene Gewerbesteuererklaerung
abzugeben. Es gibt keinen Verlustausgleich zwischen den Gewerben, aber
fuer jedes Gewerbe gibt es den Gewerbesteuer-Freibetrag.
... und den Verlustausgleich gibt es für die Einzelperson, die diese
mehreren Gewerbe führt.
Nein, einen "vertikalen" Verlustausgleich bei der *Gewerbesteuer* gibt
es eben nicht. Der Verlust des einen Gewerbes kann nicht mit dem Gewinn
bei einem anderen Gewerbe verrechnet werden.

Steuerobjekt bei der Gewerbesteuer ist der Gewerbebetrieb und nicht die
"Einzelperson".
--
Thomas Homilius
E-Mail: ***@gmail.com | GPG-Key: 0xA5AD0637441E286F
http://pgp.mit.edu/pks/lookup?op=get&search=0xA5AD0637441E286F
Martin Gerdes
2019-04-25 20:21:43 UTC
Permalink
Post by Thomas Homilius
Post by Martin Gerdes
Post by Thomas Homilius
Fuer jeden Gewerbebetrieb ist eine eigene Gewerbesteuererklaerung
abzugeben. Es gibt keinen Verlustausgleich zwischen den Gewerben, aber
fuer jedes Gewerbe gibt es den Gewerbesteuer-Freibetrag.
... und den Verlustausgleich gibt es für die Einzelperson, die diese
mehreren Gewerbe führt.
Nein, einen "vertikalen" Verlustausgleich bei der *Gewerbesteuer* gibt
es eben nicht. Der Verlust des einen Gewerbes kann nicht mit dem Gewinn
bei einem anderen Gewerbe verrechnet werden.
Aber bei der Einkommensteuer gibt es den Verlustausgleich -- und die
Wahrscheinlichkeit, daß ein Gewerbetreibender mit mehreren Gewerben, der
von der Summe der Erträge gerade mal so eben durchkommt, überhaupt
Gewerbesteuer bezahlen muß, ist nicht sehr hoch.
ottitale
2019-04-26 04:47:57 UTC
Permalink
Martin Gerdes +***@gmx.de+ brachte am Thu, 25 Apr 2019
22:21:43 +0200 zum Thema "Re: Einzelkauffrau mit verschiedenen
Dienstleistungen" in der Nachricht
Post by Martin Gerdes
Post by Thomas Homilius
Post by Martin Gerdes
Post by Thomas Homilius
Fuer jeden Gewerbebetrieb ist eine eigene Gewerbesteuererklaerung
abzugeben. Es gibt keinen Verlustausgleich zwischen den Gewerben, aber
fuer jedes Gewerbe gibt es den Gewerbesteuer-Freibetrag.
... und den Verlustausgleich gibt es für die Einzelperson, die diese
mehreren Gewerbe führt.
Nein, einen "vertikalen" Verlustausgleich bei der *Gewerbesteuer* gibt
es eben nicht. Der Verlust des einen Gewerbes kann nicht mit dem Gewinn
bei einem anderen Gewerbe verrechnet werden.
Aber bei der Einkommensteuer gibt es den Verlustausgleich -- und die
Wahrscheinlichkeit, daß ein Gewerbetreibender mit mehreren Gewerben, der
von der Summe der Erträge gerade mal so eben durchkommt, überhaupt
Gewerbesteuer bezahlen muß, ist nicht sehr hoch.
Dem muss man widersprechen!

Beispiel:

1. Betrieb mit Gewinn 120.000,00
2. Betrieb mit Verlust -110.000,00

ESt auf 10.000,00
GewSt Betrieb 1 auf Gewinn - Freibetrag
GewSt Betrieb 2 auf 0,00 mit Verlustvortrag

Bei dauerhafter Verteilung in dieser Form zahlt er GEwSt für Betrieb 1
und hat, bei der GewSt, nichts vom Verlust in Betrieb 2. Und wenn nun
Betrieb 1 den Gewinn nur machen kann, weil Betrieb 2 dafür essentiell
ist... und aus welchen Gründen auch immer eine Zusammenlegung nicht
möglich ist...
--
Im verdorbensten Staat gibt es die meisten Gesetze.

Publius Cornelius Tacitus, Annalen 3, 27
Martin Gerdes
2019-04-27 10:12:17 UTC
Permalink
Post by ottitale
Bei der Einkommensteuer gibt es den Verlustausgleich -- und die
Wahrscheinlichkeit, daß ein Gewerbetreibender mit mehreren Gewerben, der
von der Summe der Erträge gerade mal so eben durchkommt, überhaupt
Gewerbesteuer bezahlen muß, ist nicht sehr hoch.
Dem muss man widersprechen!
Und sei es aus Prinzip.
Post by ottitale
1. Betrieb mit Gewinn 120.000,00
2. Betrieb mit Verlust -110.000,00
Hm. Wie wahrscheinlich ist es wohl, daß eine Einzelfrau mit mehreren
Gewerben, die von der Summe der Erträge gerade mal so eben durchkommt,
derartige Gewerbeerträge erwirtschaftet?

Die Wahrscheinlichkeit dürfte wohl gering sein.
ottitale
2019-04-27 12:32:45 UTC
Permalink
Martin Gerdes +***@gmx.de+ brachte am Sat, 27 Apr 2019
12:12:17 +0200 zum Thema "Re: Einzelkauffrau mit verschiedenen
Dienstleistungen" in der Nachricht
Post by Martin Gerdes
Post by ottitale
Bei der Einkommensteuer gibt es den Verlustausgleich -- und die
Wahrscheinlichkeit, daß ein Gewerbetreibender mit mehreren Gewerben, der
von der Summe der Erträge gerade mal so eben durchkommt, überhaupt
Gewerbesteuer bezahlen muß, ist nicht sehr hoch.
Dem muss man widersprechen!
Und sei es aus Prinzip.
Wer Prinzipien reitet ist zu oft vom Pferd gefallen.
Post by Martin Gerdes
Post by ottitale
1. Betrieb mit Gewinn 120.000,00
2. Betrieb mit Verlust -110.000,00
Hm. Wie wahrscheinlich ist es wohl, daß eine Einzelfrau mit mehreren
Gewerben, die von der Summe der Erträge gerade mal so eben durchkommt,
derartige Gewerbeerträge erwirtschaftet?
Die Wahrscheinlichkeit dürfte wohl gering sein.
Aus praktischer Erfahrung kann ich sagen: Ich habe so etwas bereits
mehrfach gesehen! Es mag verblüffen, aber es kommt eben doch vor.
--
Die USA hatten den Wirbelsturm Katrina,
Deutschland hat die Kanzlerette Angela.
Der Effekt ersterer war weniger verheerend!
Martin Gerdes
2019-04-29 19:40:39 UTC
Permalink
Post by ottitale
Post by Martin Gerdes
Post by ottitale
Bei der Einkommensteuer gibt es den Verlustausgleich -- und die
Wahrscheinlichkeit, daß ein Gewerbetreibender mit mehreren Gewerben, der
von der Summe der Erträge gerade mal so eben durchkommt, überhaupt
Gewerbesteuer bezahlen muß, ist nicht sehr hoch.
Dem muss man widersprechen!
Und sei es aus Prinzip.
Wer Prinzipien reitet ist zu oft vom Pferd gefallen.
Just das hatte ich vermutet, wertes Klausbärbel.

[EOD]
Harald Friis
2019-05-01 12:00:50 UTC
Permalink
Hallo,
Post by Martin Gerdes
Post by ottitale
Nein, umsatzsteuerlich gilt immer noch ein Unternehmer, ein Unternehmen.
Aber ertragsteuerlich, also Einkommensteuer und Gewerbesteuer, steht auf
einem anderen Blatt.
Das ist es wohl, was ich im Kopf hatte. Umsatzsteuer läuft immer
zusammen, das habe ich - fälschlicherweise - auf EkSt. und GewSt.
übertragen.
Post by Martin Gerdes
Nicht ganz einfach könnte die Zuordnung der Kosten werden. Unsereiner
kauft sich ein Paket Druckerpapier mit 500 Blatt zu 5 Euro, das eeeeewig
reicht, hier aber ist ganz offenkundig eine Druckerpapier-Verwaltung
erforderlich, damit die Einzelblattentnahmen sachrichtig den
unterschiedlichen Gewerben zugeordnet werden können.
Das ist der Punkt. Wie sollte Drucker, Toner, Papier sinnvoll aufgeteilt
werden? Telefon? Fahrt zur Metro? Das macht alles keinen Sinn.
Post by Martin Gerdes
Ein Schelm nur käme darauf, daß die geringen Beträge den bürokratischen
Aufwand nicht rechtfertigen, schließlich schreibt der OP, daß die Stpfl.
mit ihren Erträgen gerade eben so durchkommt (daraus schätze ich mal ein
Gesamtvolumen von 30.000 Euro im Jahr).
Ich mache ihr die Buchhaltung, es ist schon etwas mehr. Auch fällt
GewSt. an. Aber tatsächlich nicht in einem Umfang, was auch nur
ansatzweise vier verschiedene Buchhaltungen (mit dann den oben
genannten Problemen der Zuordnung) rechtfertigen würde.

Nächste Woche fährt sie mal zum FA, ich werde berichten.

Gruß

Harald Friis
Harald Friis
2019-09-21 20:28:46 UTC
Permalink
Hallo in die Runde,

darf ich nochmals um Hilfe fragen?

Vor Monaten schilderte ich den Fall einer Bekannten, die div. kleine
Jobs zu einer einzigen Erklärung verdichtete. Dies wurde vom FA für das
Jahr 2017 missbilligt. (Die Gewerbeanmeldung erfolgte übrigens im Jahr
1983.)

Nunmehr wurden alle Gewerbe bis auf eines abgemeldet, damit entfällt die
mehrfache Erstellung von Jahresabschlüssen. Was ich immer noch nicht
geschafft habe, ist eine E-Bilanz, die ihre Sachbearbeiterin akzeptiert.

Irgendwie stehe ich da auf dem Schlauch :-(

Also: SKR 03, Einzelunternehmen

Aktiva sind lediglich Summe Bankkonto per 31.12. und Bar-Kasse, zusammen
ca. 3.000 Euro per 31.12.17

Passiva sind Verbindlichkeiten aus Leistungen (eine alte Rg., die nicht
gefordert und gezahlt wird) in Höhe von 8.000 Euro, Bank + Kasse des
Vorjahres in Höhe von 5.000, das Ergebnis aus GuV, abzüglich der Entnahmen.

Auf welche Konten hätte ich denn die Vorjahreswerte buchen sollen bzw.
auf welche Konten buche ich jetzt die Abschlusswerte?

Danke für hilfreiche Infos

Gruß

Harald Friis
Matthias Hanft
2019-09-22 07:26:25 UTC
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Post by Harald Friis
Auf welche Konten hätte ich denn die Vorjahreswerte buchen sollen bzw.
auf welche Konten buche ich jetzt die Abschlusswerte?
Schau dir mal Kapitel 15.4.1 in https://www.myebilanz.de/myebilanz.pdf an.
Dort habe ich auch die beteiligten Konten in einer kleinen Tabelle auf-
geführt.

Grundsätzlich "funktioniert" eine Bilanz aber nur, wenn die Summe der
Saldenvortragskonten (9xxx) insgesamt 0 ergibt - denn sonst stimmt
schon der Jahresanfang nicht; dann kriegt man auch kein anständiges
Jahresende zusammen.

Das Eigenkapital des Vorjahres ist ein Saldovortrag auf den Konten
9000 an 0880 im aktuellen Jahr. Den aktuellen Abschluss bucht man
gar nicht, der ergibt sich :-)

Gruß Matthias.
Harald Friis
2019-09-22 19:52:40 UTC
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Danke für die Antwort und den Link, Matthias,
Post by Matthias Hanft
Grundsätzlich "funktioniert" eine Bilanz aber nur, wenn die Summe der
Saldenvortragskonten (9xxx) insgesamt 0 ergibt - denn sonst stimmt
schon der Jahresanfang nicht; dann kriegt man auch kein anständiges
Jahresende zusammen.
So dachte ich das auch,
Post by Matthias Hanft
Das Eigenkapital des Vorjahres ist ein Saldovortrag auf den Konten
9000 an 0880 im aktuellen Jahr. Den aktuellen Abschluss bucht man
gar nicht, der ergibt sich :-)
Wenn ich die Vorjahreswerte von (bei meinem Fall) Bankkonto und Kasse
per 1.1. auf das Konto 880 buche, dann passt es bei den 9000er Konten
nicht mehr. Falls ich aber die Gegenbuchung vornehme, ist das Konto 880
wieder auf 0.

Kannst du mir da noch zwei Sätze dazu schreiben? Vielen Dank.

Gruß

Harald Friis
Matthias Hanft
2019-09-23 07:05:29 UTC
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Post by Harald Friis
Wenn ich die Vorjahreswerte von (bei meinem Fall) Bankkonto und Kasse
per 1.1. auf das Konto 880 buche, dann passt es bei den 9000er Konten
nicht mehr. Falls ich aber die Gegenbuchung vornehme, ist das Konto 880
wieder auf 0.
Du sollst ja auch nicht Bankkonto und Kasse auf 0880 buchen,
sondern das *Eigenkapital* des Vorjahres (das sich aus Eigen-
kapital des Vorvorjahres, zuzüglich Jahresüberschuss und
Einlagen des Vorjahres, abzüglich Entnahmen des Vorjahres,
ergibt). Das steht im Bereich "Eigenkapital" oben in den
Passiva.

Bank+Kasse stehen unter "Umlaufvermögen" in den Aktiva (und
werden i.d.R. ohnehin automatisch aus dem Vorjahr übernommen
und fortgeschrieben).

Das Gegenkonto von all dem ist 9000 (evtl. noch 9008/9009 für
Debitoren/Kreditoren), und das muss alles zusammen 0 ergeben.

Also z.B. wenn am Anfang des Jahres 1000 EUR aufm Bankkonto
und 100 EUR in der Kasse sind und sonst nix vorliegt (kein
Anlagevermögen, keine Forderungen und keine Verbindlichkeiten
und sonst weiter auch nix), wären die Anfangswerte des Jahres

1000 EUR 1200 an 9000
100 EUR 1000 an 9000
(diese beiden macht die Fibu-Software i.d.R. automatisch,
indem Bank+Kasse aus dem Vorjahr übernommen werden)
1100 EUR 9000 an 0880
(das muss man i.d.R. von Hand machen)

dann ist das Eigenkapital auf 0880 1100 EUR, und 9000 ist 0.

<Werbung>Evtl. hilft mein https://www.hanft.de/bilanzbuch
weiter?</Werbung> Oder auch das hier:
https://www.amazon.de/dp/3648103075/ref=cm_sw_em_r_mt_dp_U_d3gIDbG55PF4Z

Gruß Matthias.
Marc Haber
2019-09-23 13:54:28 UTC
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Post by Matthias Hanft
<Werbung>Evtl. hilft mein https://www.hanft.de/bilanzbuch
weiter?</Werbung>
Das hat _mir_ jedenfalls sehr weitergeholfen. Vielen Dank dass Du es
geschrieben hast.

Grüße
Marc, der gerade die Kindle-Version bestellt hat weil das Papier-Buch
eh nie da liegt wo ich es suche
--
-------------------------------------- !! No courtesy copies, please !! -----
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Mannheim, Germany | Beginning of Wisdom " |
Nordisch by Nature | Lt. Worf, TNG "Rightful Heir" | Fon: *49 621 72739834
Matthias Hanft
2019-09-23 16:29:39 UTC
Permalink
Marc Haber schrieb:
[mein Bilanzbuch]
Post by Marc Haber
Das hat _mir_ jedenfalls sehr weitergeholfen. Vielen Dank dass Du es
geschrieben hast.
Marc, der gerade die Kindle-Version bestellt hat weil das Papier-Buch
eh nie da liegt wo ich es suche
Danke. Da müsste ich mal eine neue Auflage machen, denn:
- es ist ein kleiner Tüppföhler drin (nur in der Print-Ausgabe; das eBook
konnte ich noch schnell ersetzen, als ichs gemerkt hab): Irgendwo hab
ich die Debitoren-/Kreditoren-Sammelkonten 1400 und 1600 tervauscht;
- eine richterliche Entscheidung war mir unbekannt: Rechnungsabgrenzungen,
bei denen der Einzelbetrag unter der GWG-Grenze liegt, brauchen nicht
gemacht zu werden;
- eine gesetzliche Vorschrift hat sich inzwischen geändert: MOSS braucht
man bei zugehörigen Jahresumsätzen unter 10TEUR nicht mehr machen (sondern
kann das wie einen simplen Inlandsumsatz behandeln; es gibt sogar inzwischen
ein spezielles SKR-Konto dafür);
- es müssten noch Kapitel rein über die drei grundlegenden Gesellschafts-
formen (Einzelunternehmer, Personen- und Kapitalgesellschaft) und wie
man da Geld in die Firma rein- und aus der Firma rauskriegt (es gibt
immer noch GmbH mit "Privateinlagen" in der Buchführung, oder Personen-
gesellschaften mit "Privatentnahmen allgemein" ohne Zuordnung zu einem
bestimmten Gesellschafter - das geht so alles nicht);
- evtl. würde ich das (aktuell ja doch recht kurze) eBilanz-Kapitel etwas
erweitern (mit den eBilanz-Grundlagen aus meinem Programmhandbuch,
insbesondere den relativ neuen Unterkapiteln des 1. Kapitels);
- und ich würde einen Link abdrucken auf eine Website mit "Berichtigungen
und Ergänzungen", dann hätte ich diesen Absatz dort unterbringen können.

Aber mankommtjazunix... :-(

Gruß Matthias.
Harald Friis
2019-09-25 11:09:32 UTC
Permalink
Hallo,
Post by Matthias Hanft
[mein Bilanzbuch]
habe ich mal bestellt - vielleicht hilft's. ;-)

Danke für deine Unterstützung.

Gruß

Harald Friis
Martin Eckel
2019-09-26 09:38:17 UTC
Permalink
Post by Matthias Hanft
Aber mankommtjazunix... :-(
Wenn Du mal dazu kommst:
Denk dran, daß die Zuordnung zum Geschäftsjahr des Überganggewinns bei
Wechsel EÜR -> Bilanz auch falsch ist - hatten wir schonmal drüber gemailt.

Gruß,
Martin
Matthias Hanft
2019-09-26 11:38:08 UTC
Permalink
Post by Martin Eckel
Denk dran, daß die Zuordnung zum Geschäftsjahr des Überganggewinns bei
Wechsel EÜR -> Bilanz auch falsch ist - hatten wir schonmal drüber gemailt.
Ja, danke. Stend aber schon in meinem elektronischen Merkzettel
"2. Auflage.txt" :-)

Es gibt sogar in der eBilanz (Bereich "Steuerliche Gewinnermittlung")
spezielle Felder für den Übergangsgewinn, separat für "gesamt", "auf-
geteilt auf 2 Jahre" und "aufgeteilt auf 3 Jahre". Das ergibt natürlich
nur einen Sinn in einem Bilanzjahr :-)

Gruß Matthias.

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