Discussion:
Handwerkerrechnungen absetzen
(zu alt für eine Antwort)
Wolfgang Krietsch
2007-12-26 23:01:12 UTC
Permalink
Hi!

Ich weiß, dass man von Handwerkerrechnungen, die die eigene Wohnung/das
eigene Haus betreffen, nur die Arbeitszeit, nicht jedoch das Material
absetzen kann - und das man deshalb darauf achten muss, dass die Rechnungen
diesbezüglich klar und eindeutig sind.

Nun hörte ich ...

... das Rechnungen für Leistungen, die vor dem eigenen Einzug erbracht
worden sind, nicht absetzbar sind (also z. B. solche, die anfallen, wenn
das neu zu beziehende Haus noch renoviert, aber eben noch nicht bewohnt
wird)

... dass das Finanzamt bei der Geltendmachung der Rechnungen nicht nur die
Rechnungen, sondern auch einen Beleg über die Bezahlung derselben
(abgestempelte Überweisung bzw. Kontoauszug) sehen will. (Ich habe seit ca.
3 Jahren überhaupt keine Belege mehr einreichen müssen).

Ist an den beiden Aussagen was dran?

Bye

woffi
--
Nunja, Musiktheorie ist für manche Musiker halt so interessant wie
Vogelkunde für manche Vögel.
(Erhard Schwenk in drmm)
Will Berghoff
2007-12-27 09:47:01 UTC
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Post by Wolfgang Krietsch
Ist an den beiden Aussagen was dran?
Ja
Martin Hentrich
2007-12-27 10:04:00 UTC
Permalink
On Thu, 27 Dec 2007 00:01:12 +0100, Wolfgang Krietsch
Post by Wolfgang Krietsch
... dass das Finanzamt bei der Geltendmachung der Rechnungen nicht nur die
Rechnungen, sondern auch einen Beleg über die Bezahlung derselben
(abgestempelte Überweisung bzw. Kontoauszug) sehen will. (Ich habe seit ca.
3 Jahren überhaupt keine Belege mehr einreichen müssen).
Ist an den beiden Aussagen was dran?
Ja. Und es muß der Kontoauszug sein, der abgestempelte
Überweisungsbeleg reicht IMHO nicht.

Martin
--
"Allen ist das Denken erlaubt, doch vielen bleibt es erspart."
- Curt Goetz -
Martin Gerdes
2007-12-27 11:00:16 UTC
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Post by Martin Hentrich
Post by Wolfgang Krietsch
... dass das Finanzamt bei der Geltendmachung der Rechnungen nicht nur die
Rechnungen, sondern auch einen Beleg über die Bezahlung derselben
(abgestempelte Überweisung bzw. Kontoauszug) sehen will. (Ich habe seit ca.
3 Jahren überhaupt keine Belege mehr einreichen müssen).
Ist an den beiden Aussagen was dran?
Ja. Und es muß der Kontoauszug sein, der abgestempelte
Überweisungsbeleg reicht IMHO nicht.
Was ist eigentlich ein "abgestempelter Überweisungsbeleg"?

:-)

Wollen wir mal in de.sci.geschichte nachfragen?
Oder kennst Du eine Gruppe, in der über historische Usancen im Finanzwesen
gesprochen wird?
--
Martin Gerdes
Will Berghoff
2007-12-27 19:22:13 UTC
Permalink
Post by Martin Gerdes
Was ist eigentlich ein "abgestempelter Überweisungsbeleg"?
In einer Düsseldorfer Filiale der Dresdner Bank lag vor etlichen Jahren
ein Eingangsstempel dieser Bank "zur gefälligen Nutzung" auf jedem
Kundenschreibtisch.
Matthias Kryn
2007-12-28 21:55:54 UTC
Permalink
Post by Will Berghoff
Post by Martin Gerdes
Was ist eigentlich ein "abgestempelter Überweisungsbeleg"?
In einer Düsseldorfer Filiale der Dresdner Bank lag vor
etlichen Jahren ein Eingangsstempel dieser Bank "zur
gefälligen Nutzung" auf jedem Kundenschreibtisch.
In Frankfurt bei Deutscher + Dresdner und Frankf. Sparkasse
ebenso; ist aber schon ca. 2 bis 10 Jahre her.

Grüße
Matthias
Uwe Schmitz
2007-12-31 10:20:17 UTC
Permalink
Post by Martin Gerdes
Was ist eigentlich ein "abgestempelter Überweisungsbeleg"?
Gibt es schon ewig nicht mehr.

Uwe
Martin Hentrich
2007-12-31 10:22:59 UTC
Permalink
On Mon, 31 Dec 2007 11:20:17 +0100, "Uwe Schmitz"
Post by Uwe Schmitz
Post by Martin Gerdes
Was ist eigentlich ein "abgestempelter Überweisungsbeleg"?
Gibt es schon ewig nicht mehr.
Ich kann dir einen von heute zeigen.

Gibt es also immer noch.

Martin
--
"Allen ist das Denken erlaubt, doch vielen bleibt es erspart."
- Curt Goetz -
Martin Gerdes
2008-01-01 22:00:17 UTC
Permalink
Post by Martin Hentrich
Post by Uwe Schmitz
Post by Martin Gerdes
Was ist eigentlich ein "abgestempelter Überweisungsbeleg"?
Gibt es schon ewig nicht mehr.
Ich kann dir einen von heute zeigen.
Gibt es also immer noch.
Und doch hat so ein Blättchen etwas rührend Historisches,
genau das Richtige für einfache Gemüter, die zu faul sind, auf dem eigenen
Konto nachzuschauen und daher vom Kunden zum Beleg der Zahlung einen
"abgestempelten Überweisungsbeleg" sehen wollen, natürlich zugesandt per
"Einschreiben mit Rückschein" in dieser sonst so elektronischen Welt.
--
Martin Gerdes
Werner Warweg
2008-01-09 14:29:22 UTC
Permalink
Post by Martin Gerdes
Und doch hat so ein Blättchen etwas rührend Historisches,
genau das Richtige für einfache Gemüter, die zu faul sind, auf dem eigenen
Konto nachzuschauen und daher vom Kunden zum Beleg der Zahlung einen
"abgestempelten Überweisungsbeleg" sehen wollen, natürlich zugesandt per
"Einschreiben mit Rückschein" in dieser sonst so elektronischen Welt.
Nicht ganz: bei eiligen Sachen spart man sich die Banklaufzeit! Ist also
einer säumig und wir arbeiten nicht mehr für ihn, kann er die Zahlung so
nachweisen und wird wieder beliefert, noch bevor das Geld auf unserem
Konto verbucht ist.
--
MfG Werner Warweg
[Lohn: www.kdv-dt.de, Auftrag und Fibu: www.bws-dt.de]
Wolfgang Krietsch
2007-12-27 18:16:27 UTC
Permalink
Post by Martin Hentrich
On Thu, 27 Dec 2007 00:01:12 +0100, Wolfgang Krietsch
Post by Wolfgang Krietsch
... dass das Finanzamt bei der Geltendmachung der Rechnungen nicht nur die
Rechnungen, sondern auch einen Beleg über die Bezahlung derselben
(abgestempelte Überweisung bzw. Kontoauszug) sehen will. (Ich habe seit ca.
3 Jahren überhaupt keine Belege mehr einreichen müssen).
Ist an den beiden Aussagen was dran?
Ja. Und es muß der Kontoauszug sein, der abgestempelte
Überweisungsbeleg reicht IMHO nicht.
klingt für mich ziemlich idiotisch ... nicht, dass das was ändern würde,
aber versteht hier jemand, warum man bei diesen Dingen *zwei* Belege für
den Aufwand sehen will, während man ansonsten weitgehend komplett auf
Belege verzichtet?

Und zu der ersten Aussage: heißt das, dass ich Rechnungen für die Zeit vor
meinem Einzug schlicht vergessen kann? Das wäre tatsächlich ärgerlich ...
und IMHO ebenfalls schwer nachvollziehbar, denn wo ist steuerlich der
Unterschied, ob ich nun erst einziehe und dann das Bad neu machen lasse
oder umgekehrt? ok, die erste Variante ist deutlich unbequemer - aber
sonst?

Bye

woffi
--
The man that invented Golf and said it was 'fun' is the same guy that
invented bagpipes and said it was 'music'.
Eric Lorenz
2007-12-27 19:04:52 UTC
Permalink
Post by Wolfgang Krietsch
klingt für mich ziemlich idiotisch ... nicht, dass das was ändern würde,
aber versteht hier jemand, warum man bei diesen Dingen *zwei* Belege für
den Aufwand sehen will, während man ansonsten weitgehend komplett auf
Belege verzichtet?
Naja, die Änderung soll ja die Schwarzarbeit vermindern. Welcher
Blackworker läßt sich schon gerne das Geld auf sein Konto überweisen.
Was anerkannt wird:
Rechnung + Auszug
Rechnung + Onlinebestätigung über erhalten Auftrag
was nicht geht:
Stempler auf Überweisungsträge, da die teilweise freizugänglich in den
Banken sind...
Post by Wolfgang Krietsch
Und zu der ersten Aussage: heißt das, dass ich Rechnungen für die Zeit vor
meinem Einzug schlicht vergessen kann? Das wäre tatsächlich ärgerlich ...
und IMHO ebenfalls schwer nachvollziehbar, denn wo ist steuerlich der
Unterschied, ob ich nun erst einziehe und dann das Bad neu machen lasse
oder umgekehrt? ok, die erste Variante ist deutlich unbequemer - aber
sonst?
Wenn man eine Wohnung kauft, diese renoviert und dann erst einzieht,
sind es keine § 35a - Dienstleistungen / Handwerkerleistungen.
Man muss schon drin wohnen und dann kann erst dann renovieren.

Außerdem würde das auch Neubauer benachteiligen. Das BMF-Schreiben
besagt in Rz 11, dass Aufwendungen im Rahmen von Neubaumaßnahmen nicht
begünstigt sind. Daraus folgt, auch die Renovierungen in einem
angeschafften Altbau sind nicht absetzbar, soweit man noch nicht darin
wohnt.

Hier gibt es ein paar Antworten:

http://www.ofd.niedersachsen.de/master/C34033980_N9590_L20_D0_I636.html


Eric (da ist er ja wieder...)
Wolfgang Krietsch
2007-12-28 00:23:15 UTC
Permalink
Post by Eric Lorenz
Post by Wolfgang Krietsch
klingt für mich ziemlich idiotisch ... nicht, dass das was ändern würde,
aber versteht hier jemand, warum man bei diesen Dingen *zwei* Belege für
den Aufwand sehen will, während man ansonsten weitgehend komplett auf
Belege verzichtet?
Naja, die Änderung soll ja die Schwarzarbeit vermindern. Welcher
Blackworker läßt sich schon gerne das Geld auf sein Konto überweisen.
Welcher Blackworker schreibt schon eine ordentliche Rechnung?
Post by Eric Lorenz
Wenn man eine Wohnung kauft, diese renoviert und dann erst einzieht,
sind es keine § 35a - Dienstleistungen / Handwerkerleistungen.
Man muss schon drin wohnen und dann kann erst dann renovieren.
Seltsame Logik, IMHO.

Bye

woffi
--
Dummheit, die man bei anderen sieht,
wirkt meist erhebend aufs Gemüt.
- Wilhelm Busch
Timo Falk
2007-12-27 21:06:15 UTC
Permalink
Am Thu, 27 Dec 2007 19:16:27 +0100 schrieb Wolfgang Krietsch:


[..]
Post by Wolfgang Krietsch
klingt für mich ziemlich idiotisch ... nicht, dass das was ändern würde,
aber versteht hier jemand, warum man bei diesen Dingen *zwei* Belege für
den Aufwand sehen will, während man ansonsten weitgehend komplett auf
Belege verzichtet?
Ich mache das immer so, dass ich beim Finanzamt keine Belege mit einreiche.
Wenn die welche sehen wollen, melden die sich und ich faxe die dann zu.
Geht, zumindest hier, wunderbar.

Silbär
Martin Hentrich
2007-12-27 21:37:25 UTC
Permalink
On Thu, 27 Dec 2007 19:16:27 +0100, Wolfgang Krietsch
Post by Wolfgang Krietsch
klingt für mich ziemlich idiotisch ... nicht, dass das was ändern würde,
aber versteht hier jemand, warum man bei diesen Dingen *zwei* Belege für
den Aufwand sehen will, während man ansonsten weitgehend komplett auf
Belege verzichtet?
IMHO besteht ab 2008 die Vereinfachung, dass man keine Belege
mitschicken muß, aber dass das Finanzamt die Belege nachfordern kann.

Also wird es wie in anderen Fällen gehandhabt. Auf Belege wird jedoch
nie verzichtet, wenn das FA prüfen will, dann mußt du auch nicht
eingereichte Belege vorlegen können.

Einfach mal so irgendwelche Kosten erfinden und "von der Steuer
absetzen" ist nicht. Wowereit!

Martin
--
"Allen ist das Denken erlaubt, doch vielen bleibt es erspart."
- Curt Goetz -
Wolfgang Krietsch
2007-12-28 00:26:23 UTC
Permalink
Post by Martin Hentrich
IMHO besteht ab 2008 die Vereinfachung, dass man keine Belege
mitschicken muß, aber dass das Finanzamt die Belege nachfordern kann.
Also zumindest in den letzten beiden oder gar in den letzten drei Jahren
habe ich keine Belege mehr mitgeschickt, und nachgefordert wurde da auch
nichts.
Post by Martin Hentrich
Also wird es wie in anderen Fällen gehandhabt. Auf Belege wird jedoch
nie verzichtet, wenn das FA prüfen will, dann mußt du auch nicht
eingereichte Belege vorlegen können.
Ja, das ist mir schon klar. Aber sie fordern halt in der Regel keine Belege
mehr - und da gibt's doch AFAIK sogar eine Anweisung an die Finanzbeamten,
zunächst mal grundsätzlich davon auszugehen, dass in der Steuererklärung
die Wahrheit steht.
Post by Martin Hentrich
Einfach mal so irgendwelche Kosten erfinden und "von der Steuer
absetzen" ist nicht. Wowereit!
Natürlich.

Bye

woffi
--
Der Unterschied zwischen Gott und einem Anwalt? - Gott glaubt nicht, er sei Anwalt.
Matthias Hanft
2007-12-28 10:14:58 UTC
Permalink
Post by Martin Hentrich
IMHO besteht ab 2008 die Vereinfachung, dass man keine Belege
mitschicken muß, aber dass das Finanzamt die Belege nachfordern kann.
Das stimmt. Allerdings frage ich mich, wie "ab 2008" interpretiert
werden muß:
- "für Steuererklärungen, die man ab 2008 abgibt" (-> auch schon für
den Veranlagungszeitraum 2007)
oder
- "für Veranlagungszeiträume ab 2008" (-> dann kann man die Belege
erst ab Abgabe in 2009 weglassen).

Leider war das in keiner Fundstelle näher erläutert...

Gruß Matthias.
Michael Zink
2007-12-29 10:39:06 UTC
Permalink
Post by Wolfgang Krietsch
Hi!
Ich weiß, dass man von Handwerkerrechnungen, die die eigene Wohnung/das
eigene Haus betreffen, nur die Arbeitszeit, nicht jedoch das Material
absetzen kann - und das man deshalb darauf achten muss, dass die Rechnungen
diesbezüglich klar und eindeutig sind.
Ich verzichte mal auf einen neuen Thread und schreibe eine zusätzliche
Frage hier rein:

In welchem Jahr kann eine Handwerkerleistung abgesetzt werden?

- Jahr der Leistung
- Jahr der Rechnungsstellung
- Jahr der Zahlung?

Wahrscheinlich kommt es auf die Zahlung an, oder?

Wie realistisch ist es, in folgendem Fall erfolgreich Schadenersatz zu
verlangen?

Handwerker erhält in der ersten Jahreshälfte den Auftrag, mehrere
Arbeiten auszuführen.
Nach mehrmaliger Nachfrage werden die Arbeiten gegen Jahresende
ausgeführt und nach nochmaliger Reklamation kurz vor Jahresende
abgeschlossen. Handwerker sagt bei dieser Gelegenheit zu, die Rechung
kurzfristig zu erstellen, damit sie noch dieses Jahr bezahlt werden
kann.
Überweisungen, die noch dieses Jahr ausgeführt werden sollen, müssen
heute in Auftrag gegeben werden. Es ist jedoch noch keine Rechung da.
Handwerker ist telefonisch nicht erreichbar. Man soll in Notfällen auf
den Anrufbeantworter sprechen. Hab ich vor ein paar Tagen gemacht -
bisher keine Reaktion.

Vorraussichtlicher Schaden:

Betrag kann erst ein Jahr später abgesetzt werden - Zinsverlust
Nächstes Jahr sind größere Arbeiten geplant. Die Arbeitskosten werden
vermutlich über 3000 EUR betragen - die betreffende Rechnung wird sich
nächstes Jahr vermutlich nicht auswirken.

TIA und guten Rutsch


Auf Wiederlesen

Michael
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