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Erbschaftssteuer: Berechnung des Verkehrswerts aus dem Einheitswert
(zu alt für eine Antwort)
Martin Τrautmann
2021-01-13 20:06:52 UTC
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Hallo,

welche Folgen hat die Erhebung der Erbschaftssteuer durch den
Steuerbescheid des Finanzamts? Ist das endgültig, soll oder muss man da sofort
widersprechen

Ich habe hier gerade den Steuerbescheid bekommen. Als Grundvermögen
wurde hier der vierfache Einheitswert angesetzt.

Brauche ich ein Sachverständigengutachten, wenn ich den Wert für zu hoch
angesetzt halte?

Beispiel:
Bodenrichtwert 575 €/qm (Großraum Nürnberg, Stand 31.12.2018)

Es handelt sich um die Wohnung in einem Hochhaus. Daher ergibt sich ein
anteiliger Grundbesitz von unter 4 Quadratmetern, also gesamter
Bodenrichtwert von ca. 2000 €.

Der Einheitswert wurde aber mit 5500 € ermittelt.

Das Finanzamt setzt also für den Grundbesitz als vierfachen Einheitswert
einen Betrag von 22000 € an.

Mir ist klar, dass der Bodenrichtwert nicht unbedingt dem aktuellen
Verkehrswert entspricht. Aber ein Faktor 11 kommt mir doch ganz enorm
vor.

...und der Wert des Grundstücks ist ja wohl nur der erste Schritt.
Vermutlich kommt der Wert der Wohnung noch oben drauf. Aber ob dann ein
zu hoher Wert des Grundvermögens gegengerechnet wird, das ist mir
unklar.

Schönen Gruß
Martin
Martin Τrautmann
2021-01-14 16:31:03 UTC
Permalink
Post by Martin Τrautmann
Hallo,
welche Folgen hat die Erhebung der Erbschaftssteuer durch den
Steuerbescheid des Finanzamts? Ist das endgültig, soll oder muss man da sofort
widersprechen
Ich habe hier gerade den Steuerbescheid bekommen. Als Grundvermögen
wurde hier der vierfache Einheitswert angesetzt.
ok, was ich inzwischen gelernt habe:

Das Finanzamt schreibt vom "Grundbesitzwert". Tatsächlich geht es dabei
aber wohl nicht alleine um den Wert des Grundstücks. Im Einheitswert
stecken sowohl Grundstück als auch dessen Bebauung mit drin.

Das mag erklären, warum beim winzigen Anteil am Grundstück bei einem
Hochhaus eine doch erhebliche Grundsteuer zu bezahlen ist - es geht eben
doch nicht um den Grund alleine.

Was hier als Grundbesitzwert beim Erben eingestuft wird, das ist eine
hier einigermaßen großzügige Wertermittlung. Der Hammer kommt in der
Stufe danach, wenn der tatsächliche Wert vom ansässigen Finanzamt
ermittelt wird.

Manche Finanzämter kommen da mit der Beurteilung nicht fristgerecht
hinterher. Dann ist die Erbschaftssteuer zumindest für diese großzügige
Schätzung bezahlt.

Wichtiger Tipp vom Finanzamt: Sobald die Wertermittlung kommt muss man
die prüfen und ggf. widersprechen. Mit der Wertermittlung ist noch keine
Zahlungsaufforderung verbunden.

Die kommt erst danach vom Erbschafts-Finanzamt, wenn die Wertermittlung
rechtsgültig wurde. Sobald man also die Zahlungsaufforderung bekommt ist
es für den Einspruch zu spät.

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