Discussion:
und wehe wir vergessen eine Nummer
(zu alt für eine Antwort)
Andreas Quast
2020-07-21 18:40:34 UTC
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für ein schwedisches Sparbuch wurden wir nach einer TIN gefragt. Dabei
ging uns auf, dass die Skandinavier sicher nie verstehen würden, dass wir
eine Steuernummer, eine eTIN und eine Steuer-ID pflegen. Von
Sozialversicherung, Krankenkasse, Personalausweisnummer wollen wir nicht
reden...

Zu Zeiten umfassender Datenbanken sollte doch ein Ordnungskriterium für
die Steuer reichen. Wann wird denn wohl in diesem Nummernurwald mal
gerodet?

aq
Diedrich Ehlerding
2020-07-21 19:10:22 UTC
Permalink
Post by Andreas Quast
für ein schwedisches Sparbuch wurden wir nach einer TIN gefragt. Dabei
ging uns auf, dass die Skandinavier sicher nie verstehen würden, dass
wir eine Steuernummer, eine eTIN und eine Steuer-ID pflegen. Von
Sozialversicherung, Krankenkasse, Personalausweisnummer wollen wir
nicht reden...
Zu Zeiten umfassender Datenbanken sollte doch ein Ordnungskriterium
für die Steuer reichen.
Nein, das reicht nicht. Es kann vorkommen, dass ein steuerpflichtiger
verschiednerelei Steuern abführen muss muss, zB Einkommensteuer,
Umsatz/Mehrwertsteuer, Erbschaftssteuer, Grundsteuer, Gewerbesteuer. Es
kann sinnvoll sein (jedenfalls für das Finanzamt), die verschiedenen
Steuern durch verschiedene Ordnungsbegriffe auseinanderzuhalten.
--
gpg-Key (DSA 1024) D36AD663E6DB91A4
fingerprint = 2983 4D54 E00B 8483 B5B8 C7D1 D36A D663 E6DB 91A4
HTML-Mail wird ungeleſen entſorgt.
Detlef Meißner
2020-07-21 19:53:10 UTC
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Post by Andreas Quast
für ein schwedisches Sparbuch wurden wir nach einer TIN gefragt. Dabei
ging uns auf, dass die Skandinavier sicher nie verstehen würden, dass wir
eine Steuernummer, eine eTIN und eine Steuer-ID pflegen. Von
Sozialversicherung, Krankenkasse, Personalausweisnummer wollen wir nicht
reden...
Zu Zeiten umfassender Datenbanken sollte doch ein Ordnungskriterium für
die Steuer reichen. Wann wird denn wohl in diesem Nummernurwald mal
gerodet?
Klar, kennt man eine, kennt man alle.

Verwendest du überall auch nur ein Passwort?

Detlef
Thomas Homilius
2020-07-22 05:38:04 UTC
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Post by Detlef Meißner
Verwendest du überall auch nur ein Passwort?
Frueher war alles besser, z.B. in der DDR.

In der DDR gab es fuer fast alles die Personenkennzahl (PKZ) der DDR.
Das ist eine sprechende Nummer aehnlich der heutigen
Rentenversicherungsnummer. Sie stand schon auf der Geburtsurkunde.

Eine Personenkennzahl oder die Rentenversicherungsnummer wuerde ich aber
nicht als "Passwort" bezeichnen.
--
Thomas Homilius
E-Mail: ***@gmail.com | GPG-Key: 0xA5AD0637441E286F
http://pgp.mit.edu/pks/lookup?op=get&search=0xA5AD0637441E286F
Marc Haber
2020-07-22 05:39:16 UTC
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Post by Andreas Quast
Zu Zeiten umfassender Datenbanken sollte doch ein Ordnungskriterium für
die Steuer reichen.
Sollte, ja. Aber nach minimalem Blick auf die "Erfolge" von Data
Science liegt auf der Hand, dass man so etwas wie die schwedische
Personnenummer auf gar keinen Fall will.

Außerdem ist die Einführung einer Personenkennziffer in der Hälfte
Deutschlands historisch vorbelastet.

Trotz aller Bedenken gehen die Bestrebungungen zur Verwendung der
nicht unumstrittenen Steuer-ID aktuell in genau diese Richtung.

Grüße
Marc
--
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Thomas Homilius
2020-07-22 13:52:04 UTC
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Post by Marc Haber
Post by Andreas Quast
Zu Zeiten umfassender Datenbanken sollte doch ein Ordnungskriterium für
die Steuer reichen.
Sollte, ja. Aber nach minimalem Blick auf die "Erfolge" von Data
Science liegt auf der Hand, dass man so etwas wie die schwedische
Personnenummer auf gar keinen Fall will.
Nur Idioten und Kriminelle versuchen, ihre Identitaet zu verschleiern.

Der Buerger sollte auch einen Anspruch darauf haben, dass seine Daten
korrekt gespeichert werden. Das laesst sich gut mit einer sprechenden
Kennzahl wie der deutschen Rentenversicherungsnummer erreichen.

Auch sollten Behoerden nicht Unterlagen vom Buerger mehrfach einfordern.
Zum Nachteil des Buergers gibt es heute schon Verfahren wie
Datenabgleich, z.B. mit Bankdaten. Den Datenabgleich koennte man
ausbauen, diesmal zum Vorteil des Buergers.

Und wer wirklich der "Herr ueber die personenbezogenen Daten sein will,
die er preisgibt", darf kein Bankkonto haben, bei der Schufa nicht
bekannt sein, keine offizielle Wohnung haben, bei der er gemeldet ist,
Steuern darf er auch nicht zahlen. Sollte man noch einen Personalausweis
haben? Im Telefonbuch darf man auch nicht stehen, so wie ich:
<https://www.dastelefonbuch.de/Personen/Thomas%20Homilius/Chemnitz>

Datenschutz ist Taeterschutz.

Und wer offen mit seinen persoenlichen Stammdaten umgeht, der macht es
den "Fakes" ein Stueckchen schwerer, so wie hier:
<https://thomashomilius.blogspot.com/2019/12/thomas-homilius-zufaellige.html>
--
Thomas Homilius
E-Mail: ***@gmail.com | GPG-Key: 0xA5AD0637441E286F
http://pgp.mit.edu/pks/lookup?op=get&search=0xA5AD0637441E286F
Detlef Meißner
2020-07-22 15:49:53 UTC
Permalink
Post by Thomas Homilius
Post by Marc Haber
Post by Andreas Quast
Zu Zeiten umfassender Datenbanken sollte doch ein Ordnungskriterium für
die Steuer reichen.
Sollte, ja. Aber nach minimalem Blick auf die "Erfolge" von Data
Science liegt auf der Hand, dass man so etwas wie die schwedische
Personnenummer auf gar keinen Fall will.
Nur Idioten und Kriminelle versuchen, ihre Identitaet zu verschleiern.
Der Buerger sollte auch einen Anspruch darauf haben, dass seine Daten
korrekt gespeichert werden. Das laesst sich gut mit einer sprechenden
Kennzahl wie der deutschen Rentenversicherungsnummer erreichen.
Du meinst so etwas wie die Sozialversicherungsnummer, über die in den
USA eine Identifizierung läuft?

Übrigens: nicht jeder hat eine Rentenversicherungsnummerr. Schon gewusst?
Post by Thomas Homilius
Auch sollten Behoerden nicht Unterlagen vom Buerger mehrfach einfordern.
Zum Nachteil des Buergers gibt es heute schon Verfahren wie
Datenabgleich, z.B. mit Bankdaten. Den Datenabgleich koennte man
ausbauen, diesmal zum Vorteil des Buergers.
Könnte man. Auch zum Vorteil der Hacker und rechter Polizisten.
Post by Thomas Homilius
Und wer wirklich der "Herr ueber die personenbezogenen Daten sein will,
die er preisgibt", darf kein Bankkonto haben, bei der Schufa nicht
bekannt sein, keine offizielle Wohnung haben, bei der er gemeldet ist,
Steuern darf er auch nicht zahlen. Sollte man noch einen Personalausweis
<https://www.dastelefonbuch.de/Personen/Thomas%20Homilius/Chemnitz>
Datenschutz ist Taeterschutz.
Ja, ja.
Post by Thomas Homilius
Und wer offen mit seinen persoenlichen Stammdaten umgeht, der macht es
<https://thomashomilius.blogspot.com/2019/12/thomas-homilius-zufaellige.html>
Wer nicht zu verlieren hat, kann das tun.

Schützt dich aber offensichtlich auch nicht vor einer (unbegründeten)
Hausdurchsuchung.

Detlef
Thomas Homilius
2020-07-22 17:18:31 UTC
Permalink
Post by Detlef Meißner
Du meinst so etwas wie die Sozialversicherungsnummer, über die in den
USA eine Identifizierung läuft?
Offiziell dient die SSN der USA nicht zur Identifizierung.

"In Bürgerrechtskreisen und religiösen Kreisen gab es starke Bedenken
gegen die Verwendung der Sozialversicherungsnummer als nationale
Identifikationsnummer. Das veranlasste die Social Security
Administration, die Sozialversicherungskarten mit dem Aufdruck zu
versehen: „Für Sozialversicherungszwecke – nicht zur Identifizierung“
(neue ausgegebene Karten zwischen 1946 und 1972)." (wiki)

Die SSN der USA ist auch keine sprechende Nummer wie die deutsche
Rentenversicherungsnummer oder die PK der Bundeswehr. Auf meinem
"identification tag" der Bundeswehr war uebrigens keine solche Nummer,
obwohl dort haette eine stehen muessen, warum, weiss ich nicht:
<https://thomashomilius.blogspot.com/2019/09/19911992-bundeswehrzeit-von-thomas.html>

Die Personenkennzahl der DDR ist auch eine sprechende Nummer und
ausserdem eine Universalnummer, vielleicht wie in Schweden. Diese Nummer
wurde fuer alles moegliche verwendet und sollte bei DDR-Buergern jetzt
noch im Geburtenbuch stehen.

"Sprechende Nummer" meint, dass solche Nummern auch den Geburtstag und
andere persoenliche Merkmale enthaelt. Diese Nummer kann dann schwerer
von anderen Personen missbraucht werden. Die deutsche
Identifikationsnummer vom Finanzamt ist keine sprechende Nummer.
--
Thomas Homilius
E-Mail: ***@gmail.com | GPG-Key: 0xA5AD0637441E286F
http://pgp.mit.edu/pks/lookup?op=get&search=0xA5AD0637441E286F
Andreas Quast
2020-07-23 19:29:11 UTC
Permalink
Post by Thomas Homilius
Identifikationsnummer vom Finanzamt ist keine sprechende Nummer.
da sie aber bereits nach der Geburt verteilt wird, sollte sie umfassend
und eindeutig die Bürger erfassen.
Was soll also noch die eTIN?

Wenn man sich die Übersicht über die internationalen TINs durchsieht,
findet man auch Nummern, die auf den nationalen IDcards angegeben werden.
Unsere Ausweisnummern könnte also eigentlich auch damit zusammengeführt
werden.
Florian Weimer
2020-07-24 05:44:23 UTC
Permalink
Post by Marc Haber
Post by Andreas Quast
Zu Zeiten umfassender Datenbanken sollte doch ein Ordnungskriterium für
die Steuer reichen.
Sollte, ja. Aber nach minimalem Blick auf die "Erfolge" von Data
Science liegt auf der Hand, dass man so etwas wie die schwedische
Personnenummer auf gar keinen Fall will.
Ob's eine Nummer ist oder ein Tuple aus Geburtsort, Geburtstag und
Geburtsort spielt doch keine Rolle mehr.

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