Discussion:
Erinnerung an die Abgabe der Steuererklaerung
(zu alt für eine Antwort)
Thomas Homilius
2019-08-31 17:22:07 UTC
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Gestern am Freitag habe ich eine "Erinnerung an die Abgabe der
Steuererklaerung(en)" mit Datum 27 August 2019 vom Finanzamt erhalten.
In diesem Schreiben wird mir u.U. gleich mit
a) Verspaetungszuschlaege bis 25.000 Euro und
b) Schaetzung der Besteuerungsgrundlage
gedroht.

Vorsichtshalber habe ich sofort eine ESt-Erklaerung fuer VZ2018
abgegeben per ELSTER. Ich weiss aber nicht, ob sich das Porto fuer
dieses Schreiben wirklich gelohnt hat?
--
Thomas Homilius
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Detlef Meißner
2019-08-31 18:07:53 UTC
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Post by Thomas Homilius
Gestern am Freitag habe ich eine "Erinnerung an die Abgabe der
Steuererklaerung(en)" mit Datum 27 August 2019 vom Finanzamt erhalten.
In diesem Schreiben wird mir u.U. gleich mit
a) Verspaetungszuschlaege bis 25.000 Euro und
b) Schaetzung der Besteuerungsgrundlage
gedroht.
Warum gibst du nicht fristgerecht die Steuererklärung bis 31.7. ab oder
stellst Antrag auf Verlängerung?
Post by Thomas Homilius
Vorsichtshalber habe ich sofort eine ESt-Erklaerung fuer VZ2018
abgegeben per ELSTER. > Ich weiss aber nicht, ob sich das Porto fuer
dieses Schreiben wirklich gelohnt hat?
Was meinst du?
Es war doch nur eine Androhung.

Nach der Abgabeverschiebung vom 31.5. auf den 31.7. sind die FA
angewiesen, auf die Einhaltung des Termins zu achten und großzügig
Versäumniszuschläge zu erheben.

Detlef
Martin Gerdes
2019-09-01 10:47:33 UTC
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Post by Thomas Homilius
Gestern am Freitag habe ich eine "Erinnerung an die Abgabe der
Steuererklaerung(en)" mit Datum 27. August 2019 vom Finanzamt erhalten.
In diesem Schreiben wird mir u.U. gleich mit
a) Verspaetungszuschlaege bis 25.000 Euro und
b) Schaetzung der Besteuerungsgrundlage
gedroht.
Das ist nun so. Mal angenommen, Du bist verpflichtet, die
Steuererklärung abzugeben, mußt Du sie ab diesem Jahr bis zum 31. Juli
abgeben. Tust Du es nicht, gibts gleich Verspätungszuschläge (wenn Du
keinen Steuerberater hast ...)
Post by Thomas Homilius
Vorsichtshalber habe ich sofort eine ESt-Erklaerung fuer VZ2018
abgegeben per ELSTER. Ich weiss aber nicht, ob sich das Porto fuer
dieses Schreiben wirklich gelohnt hat?
Das weist sich hinterher.
Stefan+ (Stefan Froehlich)
2019-09-01 11:24:31 UTC
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Post by Thomas Homilius
Gestern am Freitag habe ich eine "Erinnerung an die Abgabe der
Steuererklaerung(en)" mit Datum 27. August 2019 vom Finanzamt
erhalten. [...]
Mal angenommen, Du bist verpflichtet, die Steuererklärung
abzugeben, mußt Du sie ab diesem Jahr bis zum 31. Juli abgeben.
Tust Du es nicht, gibts gleich Verspätungszuschläge (wenn Du
keinen Steuerberater hast ...)
Auch, wenn man die daraus resultierende Steuerschuld fristgerecht
bezahlt hat?

Ist mir bis dato 2x passiert, dass ich auf der Web-Plattform unseres
Finanzamts zwar die Erklärung komplett eingetippt, nach dem
Ausdrucken und Überweisen aber versehentlich nicht abgeschickt
hatte. Da kam dann einige Monate später ein sachlich, aber nicht
unhöfliches Erinnerungsschreiben mit einer zeitlich recht engen
Fristsetzung, ansonsten hatte es aber zum Glück keine Konsequenzen.

Der umgekehrte Fall (abgeben der Steuererklärung ohne das Geld zu
überweisen) wird wohl deutlich weniger freundlich gehandhabt.

Servus,
Stefan
--
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Stefan - ferklige Schritte braucht der kleine Schäker!
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Detlef Meißner
2019-09-01 12:00:31 UTC
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Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Post by Thomas Homilius
Gestern am Freitag habe ich eine "Erinnerung an die Abgabe der
Steuererklaerung(en)" mit Datum 27. August 2019 vom Finanzamt
erhalten. [...]
Mal angenommen, Du bist verpflichtet, die Steuererklärung
abzugeben, mußt Du sie ab diesem Jahr bis zum 31. Juli abgeben.
Tust Du es nicht, gibts gleich Verspätungszuschläge (wenn Du
keinen Steuerberater hast ...)
Auch, wenn man die daraus resultierende Steuerschuld fristgerecht
bezahlt hat?
Woher sollte man ohne Bescheid wissen, wie hoch die Steuerschuld ist?
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Ist mir bis dato 2x passiert, dass ich auf der Web-Plattform unseres
Finanzamts zwar die Erklärung komplett eingetippt, nach dem
Ausdrucken und Überweisen aber versehentlich nicht abgeschickt
hatte. Da kam dann einige Monate später ein sachlich, aber nicht
unhöfliches Erinnerungsschreiben mit einer zeitlich recht engen
Fristsetzung, ansonsten hatte es aber zum Glück keine Konsequenzen.
Der umgekehrte Fall (abgeben der Steuererklärung ohne das Geld zu
überweisen) wird wohl deutlich weniger freundlich gehandhabt.
Beim Abgeben der Steuererklärung wird bei uns noch kein Geld überwiesen.
Wer soll denn den Geldbetrag ermittelt haben?

Detlef
Martin Gerdes
2019-09-01 14:18:04 UTC
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Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Post by Thomas Homilius
Gestern am Freitag habe ich eine "Erinnerung an die Abgabe der
Steuererklaerung(en)" mit Datum 27. August 2019 vom Finanzamt
erhalten. [...]
Mal angenommen, Du bist verpflichtet, die Steuererklärung
abzugeben, mußt Du sie ab diesem Jahr bis zum 31. Juli abgeben.
Tust Du es nicht, gibts gleich Verspätungszuschläge (wenn Du
keinen Steuerberater hast ...)
Auch, wenn man die daraus resultierende Steuerschuld fristgerecht
bezahlt hat?
Steuerrecht ist nationales Recht. Ich habe die geltende Rechtslage im
Altreich geschildert und dabei die im Detail möglicherweise andere
solche in Österreich unterschlagen.
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Ist mir bis dato 2x passiert, dass ich auf der Web-Plattform unseres
Finanzamts zwar die Erklärung komplett eingetippt, nach dem
Ausdrucken und Überweisen aber versehentlich nicht abgeschickt
hatte. Da kam dann einige Monate später ein sachlich, aber nicht
unhöfliches Erinnerungsschreiben mit einer zeitlich recht engen
Fristsetzung, ansonsten hatte es aber zum Glück keine Konsequenzen.
Die Frist zur Einreichung der Steuererklärung endete seit langer Zeit am
31. Mai des Folgejahres. Man konnte sie per einfachem Fax ohne rechte
Begründung z.B. auf den 30.09. verlängern lassen, wer einen
Steuerberater beauftragte, hatte noch längere Fristen.

Überzog man die Frist, war es sehr dem Ermessen des Finanzbeamten
anheimgestellt, Verspätungszuschläge festzusetzen.

Das soll nun besser werden: Man hat die Frist auf den 31. Juli
verlängert, nun aber sollen häufiger und konsequenter
Verspätungszuschläge festgesetzt werden. Offensichtlich will die
Finanzverwaltung die Abläufe beschleunigen. Recht so.

In den vergangenen Jahren werden (für den Angestellten!) immer mehr
steuerrelevante Daten direkt ans Finanzamt gemeldet, auch wird die
Steuer immer präzisr berechnet, so daß es in der Mehrzahl der Fälle das
Hauptinteresse des Stpfl. (Steuerpflichtigen) ist, seine Steuererklärung
einzureichen. Die steuerrelevanten Daten hat das Finanzamt bereits, die
steuerentlastenden Momente muß der Stpfl. erst liefern. Ich bin
mittlerweile (einschließlich Teekochen) in etwa einer halben Stunde mit
meiner (einfachen) Steuererklärung fertig. Deine wird vermutlich länger
dauern, aber mit sinnvoller Buchhaltung kannst Du vermutlich auch eine
Menge Zeit sparen.
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Der umgekehrte Fall (Abgeben der Steuererklärung ohne das Geld zu
überweisen) wird wohl deutlich weniger freundlich gehandhabt.
Dein Steuerfall als Selbständiger liegt (unabhängig von nationalen
Unterschieden) schon deswegen anders als meiner, weil Du selbst Steuer
ans Finanzamt zahlst, wohingegen mir gleich der Arbeitgeber dieselbe
abzieht.
Stefan+ (Stefan Froehlich)
2019-09-01 14:55:53 UTC
Permalink
Post by Martin Gerdes
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Post by Thomas Homilius
Gestern am Freitag habe ich eine "Erinnerung an die Abgabe der
Steuererklaerung(en)" mit Datum 27. August 2019 vom Finanzamt
erhalten. [...]
Mal angenommen, Du bist verpflichtet, die Steuererklärung
abzugeben, mußt Du sie ab diesem Jahr bis zum 31. Juli abgeben.
Tust Du es nicht, gibts gleich Verspätungszuschläge (wenn Du
keinen Steuerberater hast ...)
Auch, wenn man die daraus resultierende Steuerschuld fristgerecht
bezahlt hat?
Steuerrecht ist nationales Recht. Ich habe die geltende Rechtslage
im Altreich geschildert und dabei die im Detail möglicherweise
andere solche in Österreich unterschlagen.
Ich wiederum ging von der Offensichtlichkeit aus, dass mich die
Situation in Deutschland interessiert. Die in Österreich kenne ich
ja (zumal dann, wenn ich keine Frage stelle).
Post by Martin Gerdes
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Ist mir bis dato 2x passiert, dass ich auf der Web-Plattform
unseres Finanzamts zwar die Erklärung komplett eingetippt, nach
dem Ausdrucken und Überweisen aber versehentlich nicht
abgeschickt hatte. [...]
Die Frist zur Einreichung der Steuererklärung endete seit langer
Zeit am 31. Mai des Folgejahres. Man konnte sie per einfachem Fax
ohne rechte Begründung z.B. auf den 30.09. verlängern lassen, wer
einen Steuerberater beauftragte, hatte noch längere Fristen.
Das ist bei uns nicht ident, aber hinreichend ähnlich.

Tatsächlich bezog ich mich jedoch (das hätte ich wohl besser
erwähnt) ausschließlich auf USt-Voranmeldungen, da das die einzigen
gängigen Steuererklärungen sind, wo man den zu zahlenden Betrag
bereits nach dem Erstellen kennt.
Post by Martin Gerdes
Ich bin mittlerweile (einschließlich Teekochen) in etwa einer
halben Stunde mit meiner (einfachen) Steuererklärung fertig. Deine
wird vermutlich länger dauern, aber mit sinnvoller Buchhaltung
kannst Du vermutlich auch eine Menge Zeit sparen.
Das Erstellen benötigt in etwa die gleiche Zeit, mit den diversen
Nebentätigkeiten (Bücher abschließen, Belege archivieren,
Erklärungen ausdrucken) dauert es in Summe doch etwas länger,
vielleicht eine Stunde.
Post by Martin Gerdes
Dein Steuerfall als Selbständiger liegt (unabhängig von nationalen
Unterschieden) schon deswegen anders als meiner, weil Du selbst
Steuer ans Finanzamt zahlst, wohingegen mir gleich der Arbeitgeber
dieselbe abzieht.
Ja, klar.

Servus,
Stefan
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Stefan - schwanken!? Aber blicken ist weicher.
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Martin Gerdes
2019-09-01 22:29:48 UTC
Permalink
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Post by Martin Gerdes
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Post by Thomas Homilius
Gestern am Freitag habe ich eine "Erinnerung an die Abgabe der
Steuererklaerung(en)" mit Datum 27. August 2019 vom Finanzamt
erhalten. [...]
Mal angenommen, Du bist verpflichtet, die Steuererklärung
abzugeben, mußt Du sie ab diesem Jahr bis zum 31. Juli abgeben.
Tust Du es nicht, gibts gleich Verspätungszuschläge (wenn Du
keinen Steuerberater hast ...)
Auch, wenn man die daraus resultierende Steuerschuld fristgerecht
bezahlt hat?
In den Fällen einer Pflichtveranlagung kennt er vermutlich die
resultierende Steuerschuld überhaupt nicht.
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Post by Martin Gerdes
Steuerrecht ist nationales Recht. Ich habe die geltende Rechtslage
im Altreich geschildert und dabei die im Detail möglicherweise
andere solche in Österreich unterschlagen.
Ich wiederum ging von der Offensichtlichkeit aus, dass mich die
Situation in Deutschland interessiert. Die in Österreich kenne ich
ja (zumal dann, wenn ich keine Frage stelle).
Post by Martin Gerdes
Post by Stefan+ (Stefan Froehlich)
Ist mir bis dato 2x passiert, dass ich auf der Web-Plattform
unseres Finanzamts zwar die Erklärung komplett eingetippt, nach
dem Ausdrucken und Überweisen aber versehentlich nicht
abgeschickt hatte. [...]
Die Frist zur Einreichung der Steuererklärung endete seit langer
Zeit am 31. Mai des Folgejahres. Man konnte sie per einfachem Fax
ohne rechte Begründung z.B. auf den 30.09. verlängern lassen, wer
einen Steuerberater beauftragte, hatte noch längere Fristen.
Das ist bei uns nicht ident, aber hinreichend ähnlich.
Den zweiten Teil des Gedankens -- der hier entscheidend ist -- hast Du
leider weggenommen:

| Überzog man die Frist, war es sehr dem Ermessen des Finanzbeamten
| anheimgestellt, Verspätungszuschläge festzusetzen.

| Das soll nun besser werden: Man hat die Frist auf den 31. Juli
| verlängert, nun aber sollen häufiger und konsequenter
| Verspätungszuschläge festgesetzt werden. Offensichtlich will die
| Finanzverwaltung die Abläufe beschleunigen. Recht so.

Die deutsche Finanzverwaltung hat angekündigt, daß in Zukunft zwingend
Verspätungszuschläge fällig werden (und dazu eine Mindesthöhe für
dieselben).

Dieses Jahr wird wohl noch ein letztes Mal Milde geübt werden, ab
nächstes Jahr gibts dann wohl keine Gnade mehr -- und das Finanzamt weiß
Verspätungszuschläge so festzusetzen, daß sie wehtun.

Darum ging es.

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