Discussion:
Doppelte Haushaltsführung
(zu alt für eine Antwort)
Mario Wiemers
2007-04-13 08:09:24 UTC
Permalink
Liebe Steuerexperten,

- zusammen mit meiner Frau wohne ich mit erstem Wohnsitz in HD
- nach Abschluss des Studiums, tritt meine Frau eine Stelle in Kassel an und
wird dorthin ihren 1. Wohnsitz verlegen.
- wir werden eine gemeinsame Wohnung in Kassel haben. Gemeinsamer
Lebensmittelpunkt ist Kassel
- ich habe einen HomeOffice Platz (2Tage), werde aber wöchentlich pendeln
und eine 2. Wohnung/Haushalt in HD bzw. WDF halten.
- mein 1. Wohnsitz könnte in Kassel oder HD sein. Beides wäre vertretbar.
Anwesenheit ist in etwa an beiden Orten gleich.

Kann ich bei diesem Szenario doppelte Haushaltsführung geltend machen?
Wohin sollte man meinen 1.Wohnsitz legen?

Eigentlich sind es ja die Werbungskosten meiner Frau, da sie eine neue
Stelle antritt. Bei o.g. Szenario würde ich aber die doppelte
Haushalteführung geltend machen.

Vielen Dank für Tipps und Hinweise.
Mario
Achim Waldek
2007-04-13 08:35:07 UTC
Permalink
Post by Mario Wiemers
Liebe Steuerexperten,
- zusammen mit meiner Frau wohne ich mit erstem Wohnsitz in HD
- nach Abschluss des Studiums, tritt meine Frau eine Stelle in Kassel an und
wird dorthin ihren 1. Wohnsitz verlegen.
Ich gehe mal davon aus, Ihr seid verheiratet und nicht getrennt veranlagt.
Post by Mario Wiemers
- wir werden eine gemeinsame Wohnung in Kassel haben. Gemeinsamer
Lebensmittelpunkt ist Kassel
Ahh.
Post by Mario Wiemers
- ich habe einen HomeOffice Platz (2Tage), werde aber wöchentlich pendeln
und eine 2. Wohnung/Haushalt in HD bzw. WDF halten.
okay.
Post by Mario Wiemers
- mein 1. Wohnsitz könnte in Kassel oder HD sein. Beides wäre vertretbar.
Anwesenheit ist in etwa an beiden Orten gleich.
Kann ich bei diesem Szenario doppelte Haushaltsführung geltend machen?
Wohin sollte man meinen 1.Wohnsitz legen?
Bei Euch gibt es drei Möglichkeiten:
a) Ihr meldet zwei unterschiedliche erste Wohnsitze. Ich weiß allerdings
nicht, ob Ihr da steuerlich günstig fahrt
b) Deine Frau meldet einen zweiten Wohnsitz in Ks. Dann hat sie erhöhte
Werbungskosten im Rahmen doppelter haushaltsführung
c) Ihr zieht nach KS. Dann kann Sie den beruflich bedingten Umzug
geltend machen. Du hast nen Zweitwohnsitz in HD. Der Logik nach kannste
dann die laufenden Kosten geltend machen, nicht aber erste Fahrt und
notwendige Anschaffungen. Weiß ich aber nicht genau.
Post by Mario Wiemers
Eigentlich sind es ja die Werbungskosten meiner Frau, da sie eine neue
Stelle antritt. Bei o.g. Szenario würde ich aber die doppelte
Haushalteführung geltend machen.
So what? Wer was in welche Anlage einträgt ist bei gemensamer
Veranlagung im Ergebnis wurscht.
Gruß
Eric Lorenz
2007-04-13 09:03:43 UTC
Permalink
Post by Achim Waldek
So what? Wer was in welche Anlage einträgt ist bei gemensamer
Veranlagung im Ergebnis wurscht.
Aus Zeitgründen gehe ich jetzt nicht auf die doppelte Haushaltsführung
ein. Das mache ich mal am WE.
Nur eine kleine Anmerkung:

Auch wenn eine Zusammenveranlagung erfolgt, ist es nicht wurscht, wo
du etwas einträgst. Das ist völliger Schwachfug! Wenn was eingetragen
werden muss, dann in 2 getrennten Anlagen N!

Warum: Nun z.b. folgende Kombination:
Ehemann kommt über die Pauschale, Ehefrau nicht!
Oder:
Getrennte Veranlagung ist günstiger.
und und und

Eric
Mario Wiemers
2007-04-13 09:12:16 UTC
Permalink
Eric, da hast Du recht. Werbungskosten sind relevant für den einzelnen
Arbeitnehmer, egal ob zusammen oder getrennt veranlagt.
Bin gespannt auf Vorschläge zur DHF. Mario
Post by Achim Waldek
So what? Wer was in welche Anlage einträgt ist bei gemensamer
Veranlagung im Ergebnis wurscht.
Auch wenn eine Zusammenveranlagung erfolgt, ist es nicht wurscht, wo
du etwas einträgst. Das ist völliger Schwachfug! Wenn was eingetragen
werden muss, dann in 2 getrennten Anlagen N!
Achim Waldek
2007-04-13 11:37:49 UTC
Permalink
Post by Eric Lorenz
Post by Achim Waldek
So what? Wer was in welche Anlage einträgt ist bei gemensamer
Veranlagung im Ergebnis wurscht.
Auch wenn eine Zusammenveranlagung erfolgt, ist es nicht wurscht, wo
du etwas einträgst. Das ist völliger Schwachfug! Wenn was eingetragen
werden muss, dann in 2 getrennten Anlagen N!
Ach Leute, nun seid doch mal nicht päpstlicher als der papst. natürlich
muss man auch bei Zusammenveranlagung die jeweiligen Werbungskosten bei
der jeweiligen Anlage N eintragen.
Ich schrub "ist im *Ergebnis* wurscht" Und das trifft für die
allermeisten Fälle zu.

Im falle des OPs heißt es entweder DH in KS für die frau oder DH in HD
für den Mann.

wenn die Frau in KS arbeitet, dürfte sie aller Voraussicht nach nicht
über 920 Euro Werbungspauschale kommen. (sieht man vom Umzug ab, den
kann man nur einmal geltend machen.)Umgekehrt werden die Kosten für den
mann bei DH mit einiger Wahrscheinlichkeit deutlich höher liegen als 920
Euro.

Im umgekehrten Fall sieht es ähnlich aus.


Weiterhin sind Fälle, in denen die Getrenntveranlagung günstiger ist
nicht wirklich die regel
Post by Eric Lorenz
Ehemann kommt über die Pauschale, Ehefrau nicht!
Getrennte Veranlagung ist günstiger.
und und und
naja- ich glaube, dass dein Kintel eher komplizierte Fälle zu lösen hat
Otto Normalverbraucer wid nicht de Dienste eines SB in Anspruch nehmen.
Eric Lorenz
2007-04-13 12:51:02 UTC
Permalink
Post by Achim Waldek
Ach Leute, nun seid doch mal nicht päpstlicher als der papst. natürlich
muss man auch bei Zusammenveranlagung die jeweiligen Werbungskosten bei
der jeweiligen Anlage N eintragen.
Ich schrub "ist im *Ergebnis* wurscht" Und das trifft für die
allermeisten Fälle zu.
Ach, Du hast Erfahrungen in diversen Steuererklärungen. Nein, also
wenn du so an die Sache ran gehst, produzierst du nur Verwirrung. Ok,
die mag wahrscheinlich der entsprechende Weitblick fehlen. Aber
bereits eine falsche Zuordnung kann zu einem ganz anderen Ergebiss
führen.
Post by Achim Waldek
wenn die Frau in KS arbeitet, dürfte sie aller Voraussicht nach nicht
über 920 Euro Werbungspauschale kommen. (sieht man vom Umzug ab, den
kann man nur einmal geltend machen.)Umgekehrt werden die Kosten für den
mann bei DH mit einiger Wahrscheinlichkeit deutlich höher liegen als 920
Euro.
Ach, Glaskugel? Vermutung? Wissen?
Post by Achim Waldek
Weiterhin sind Fälle, in denen die Getrenntveranlagung günstiger ist
nicht wirklich die regel
Wenn Du meinst. Tja, werden die Sachen nicht sauber getrennt, kann man
das auch nie richtig berechnen...
Post by Achim Waldek
naja- ich glaube, dass dein Kintel eher komplizierte Fälle zu lösen hat
Otto Normalverbraucer wid nicht de Dienste eines SB in Anspruch nehmen.
Wieder falsch! Gerade in den vermeintlich einfachen Steuererklärungen
stecken viele Fallen und Tücken.
Angefangen bei der kleinen Vermietung, über die Kap und weiter bei den
Kinderbetreuungskosten (übrigens alles Fälle, die Probleme anfangen,
wenn man nicht richtig trennt...)

Eric
Achim Waldek
2007-04-13 13:32:33 UTC
Permalink
Post by Eric Lorenz
Post by Achim Waldek
Ach Leute, nun seid doch mal nicht päpstlicher als der papst. natürlich
muss man auch bei Zusammenveranlagung die jeweiligen Werbungskosten bei
der jeweiligen Anlage N eintragen.
Ich schrub "ist im *Ergebnis* wurscht" Und das trifft für die
allermeisten Fälle zu.
Ach, Du hast Erfahrungen in diversen Steuererklärungen. Nein, also
wenn du so an die Sache ran gehst, produzierst du nur Verwirrung. Ok,
die mag wahrscheinlich der entsprechende Weitblick fehlen. Aber
bereits eine falsche Zuordnung kann zu einem ganz anderen Ergebiss
führen.
Ich habe keine Erfahrung in diversen Steuererklärungen- darf ich ja auch
nicht haben, oder wie war der Tatsache, dass nur SB und
Lohnsteuerhilfevereine be der erstellung von Erklärungen helfen dürfen?
Ich kenne allerdings mein Umfeld. Und obwohl von Akademikern umzingelt
haben die meisten weder Anlage KAP noch V+V auszufüllen.
Post by Eric Lorenz
Post by Achim Waldek
wenn die Frau in KS arbeitet, dürfte sie aller Voraussicht nach nicht
über 920 Euro Werbungspauschale kommen. (sieht man vom Umzug ab, den
kann man nur einmal geltend machen.)Umgekehrt werden die Kosten für den
mann bei DH mit einiger Wahrscheinlichkeit deutlich höher liegen als 920
Euro.
Ach, Glaskugel? Vermutung? Wissen?
Gut begründete Vermutung und Lebenserfahrung. Auschließen kann man
nichts- klar.
Post by Eric Lorenz
Post by Achim Waldek
Weiterhin sind Fälle, in denen die Getrenntveranlagung günstiger ist
nicht wirklich die regel
Wenn Du meinst. Tja, werden die Sachen nicht sauber getrennt, kann man
das auch nie richtig berechnen...
Nu hör doch auf! Bei der Getrenntveranlagung geht als allererstes der
Splittingvorteil flöten. natürlich gibt es Konstellationen, wo man
unterm Strich getrennt besser fährt. Aber nicht beim klassischen Fall
ein oder 2 AN, bisschen Kleinkram, keine KAP, keine V+V
Post by Eric Lorenz
Post by Achim Waldek
naja- ich glaube, dass dein Kintel eher komplizierte Fälle zu lösen hat
Otto Normalverbraucer wid nicht de Dienste eines SB in Anspruch nehmen.
Wieder falsch! Gerade in den vermeintlich einfachen Steuererklärungen
stecken viele Fallen und Tücken.
Ach ja? Einfache Steuererklärung sind: Anlagen N , Anlage(n) K
Werbungskosten, sonderausgaben, feddich.
Post by Eric Lorenz
Angefangen bei der kleinen Vermietung, über die Kap und weiter bei den
Kinderbetreuungskosten (übrigens alles Fälle, die Probleme anfangen,
wenn man nicht richtig trennt...)
Kleine Vermietung, KAP- mach mal nen realitycheck- das betrifft doch
nicht Normale ANs
Gruß
Eric Lorenz
2007-04-13 14:28:41 UTC
Permalink
Post by Achim Waldek
Ich habe keine Erfahrung in diversen Steuererklärungen- darf ich ja auch
nicht haben, oder wie war der Tatsache, dass nur SB und
Lohnsteuerhilfevereine be der erstellung von Erklärungen helfen dürfen?
Tatsache ist Gesetz lt. Steuerberatungsgesetz!
Post by Achim Waldek
Ich kenne allerdings mein Umfeld. Und obwohl von Akademikern umzingelt
haben die meisten weder Anlage KAP noch V+V auszufüllen.
Dabei muss man aber wissen:
Oft wird aus Unwissenheit einfach nicht alles ausgefüllt. Das man
dabei unter Umständen bares Geld verdient, steht auf einem anderen
Blatt...
Post by Achim Waldek
Gut begründete Vermutung und Lebenserfahrung. Auschließen kann man
nichts- klar.
Ich glaube, das ich auch über eine gewisse Lebenserfahrung verfüge.
Aber zu solchen Aussagen
bin ich sehr vorsichtig geworden. Keine Diagnose vorher stellen...
Post by Achim Waldek
Nu hör doch auf! Bei der Getrenntveranlagung geht als allererstes der
Splittingvorteil flöten. natürlich gibt es Konstellationen, wo man
unterm Strich getrennt besser fährt. Aber nicht beim klassischen Fall
ein oder 2 AN, bisschen Kleinkram, keine KAP, keine V+V
Auch da möglich! Schon mehrfach gehabt!
Post by Achim Waldek
Post by Eric Lorenz
Wieder falsch! Gerade in den vermeintlich einfachen Steuererklärungen
stecken viele Fallen und Tücken.
Ach ja? Einfache Steuererklärung sind: Anlagen N , Anlage(n) K
Werbungskosten, sonderausgaben, feddich.
Willste da die Fehlerquellen einzeln hören? Nur als Beispiel:
Kinderbetreuungskosten > Wann BA, WK oder SA?
Werbungskosten > Vergißt man oft Posten, die einem ohne Probleme
zustehen...
und und und
Post by Achim Waldek
Kleine Vermietung, KAP- mach mal nen realitycheck- das betrifft doch
nicht Normale ANs
Hast Du ne Ahnung...

Eric
Achim Waldek
2007-04-14 14:59:41 UTC
Permalink
Post by Eric Lorenz
Post by Achim Waldek
Ich habe keine Erfahrung in diversen Steuererklärungen- darf ich ja auch
nicht haben, oder wie war der Tatsache, dass nur SB und
Lohnsteuerhilfevereine be der erstellung von Erklärungen helfen dürfen?
Tatsache ist Gesetz lt. Steuerberatungsgesetz!
Ich weiß. Man kann dafür sein, oder das kritisch sehen, aber da es nun
einmal so ist, werde ich den teufel tun, fremde SE zu lesen.
Post by Eric Lorenz
Post by Achim Waldek
Ich kenne allerdings mein Umfeld. Und obwohl von Akademikern umzingelt
haben die meisten weder Anlage KAP noch V+V auszufüllen.
Oft wird aus Unwissenheit einfach nicht alles ausgefüllt. Das man
dabei unter Umständen bares Geld verdient, steht auf einem anderen
Blatt...
Na klar. Aber bei KAP: Wenn man ein paar Zinsen hat und nicht gerade mit
Wertpapieren spekuliert, macht man halt ein kreuzchen im Mantelbogen und
gut ist. Dass man Verluste aus Wertgeschäften mit anderen Gewinnen
gegenrechnen kann, wäre mir neu. Und wer nicht vermietet, muss halt auch
nicht V+V ausfüllen. Ich gebe gern zu, dass wenn man so ne kleine
Wohnung etc. als Abschreibeobjekt hat, dass man dann sehr schnell fehler
macht, bei V+V, sehe ich ein. (Wie groß ist der Anteil an
Hobbyvermietern, die auf Anhieb ne fehlerfreie NK Abrechnung hinkriegen?)
Post by Eric Lorenz
Post by Achim Waldek
Nu hör doch auf! Bei der Getrenntveranlagung geht als allererstes der
Splittingvorteil flöten. natürlich gibt es Konstellationen, wo man
unterm Strich getrennt besser fährt. Aber nicht beim klassischen Fall
ein oder 2 AN, bisschen Kleinkram, keine KAP, keine V+V
Auch da möglich! Schon mehrfach gehabt!
ja. Glaub ich. Wieviele Promille Deiner Fälle und dann übertragen auf
die Gesamtheit der Steuererklärungen macht das aus?
Post by Eric Lorenz
Post by Achim Waldek
Post by Eric Lorenz
Wieder falsch! Gerade in den vermeintlich einfachen Steuererklärungen
stecken viele Fallen und Tücken.
Ach ja? Einfache Steuererklärung sind: Anlagen N , Anlage(n) K
Werbungskosten, sonderausgaben, feddich.
Kinderbetreuungskosten > Wann BA, WK oder SA?
Sag mal, liest Du, was ich schreibe? Wenn ausschließlich Anlage N
ausgefüllt wird, fällt BA schon einmal aus.
Post by Eric Lorenz
Werbungskosten > Vergißt man oft Posten, die einem ohne Probleme
zustehen...
und und und
Post by Achim Waldek
Kleine Vermietung, KAP- mach mal nen realitycheck- das betrifft doch
nicht Normale ANs
Hast Du ne Ahnung...
Ja habe ich. Merke: Die Klientel eines Steuerberaters ist nicht der
Bevölkerungsdurchschnitt. Ich glaube unbesehen die Existenzberechtigung
von steuerberatern, gar keine Frage- wahrscheinlich werde ich auc
demnächst einen aufsuchen müssen, Aber dann geht es drum: Anlage GSE,
EÜR, Anlage N etc. Aber Otto Normalbürger füllt seine Anlage N aus und
gut ist.
Bei unsere Diskussion geht es mir übrigens nicht darum, zu zeigen, dass
icheinem SB im fachwissen ebenbürtig wäre- ganz im Gegenteil. Du und
Martin seid die regulars deren Aussagen ich am meisten schätze.
Ich habe die erfahrung gemacht, dass das Steuerrecht in erster Näherung
logisch ist, die meisten Kosten lassen sich relativ eindeutig sortieren,
viele Tips finden sich auf den SteuersoftwareCDs etc.
Aber eben nur in erster Näherung. Es gibt zahlreiche Tücken, tricks
und Kniffe. ich könne mir sogar vorstellen, dass man aus jeder 08/15
Erklärung noch ein paar Euros rausqwuetschen könnte. Aber oft stehen
dann Aufwand und Nutzen in einem überschaubaren Rahmen.


Gruß

cetero cesion: Wieso werden beim übergang 52151-52152 Euro zVstE
plötzlich 75 ct Steuern fällig?
John Gawe
2007-04-15 00:07:44 UTC
Permalink
cetero cesion: Wieso werden beim übergang 52151-52152 Euro zVstE plötzlich
75 ct Steuern fällig?
Du hast mich neugierig gemacht.
(Ich bin echter Laie.)
Also: warum?

John
Will Berghoff
2007-04-13 12:52:16 UTC
Permalink
Habe die gleiche Sachlage auch hinter mir. Da der neue Wohnsitz meiner
Frau deutlich teurer in den Kosten war als der bestehende, wurde er er
zum 2. Wohnsitz.

Das FA hatte keine Einwände - über 3 Kalender-Jahre.

Gruß
Will
Mario Wiemers
2007-04-13 15:42:34 UTC
Permalink
Kurze Rückfrage.
Wohnt Ihr denn jetzt zusammen an dem neuen Wohnsitz Deiner Frau und
habt beide den ersten Wohnsitz in der Stadt in der Ihr vorher gewohnt habt?
Post by Will Berghoff
Habe die gleiche Sachlage auch hinter mir. Da der neue Wohnsitz meiner
Frau deutlich teurer in den Kosten war als der bestehende, wurde er er zum
2. Wohnsitz.
Das FA hatte keine Einwände - über 3 Kalender-Jahre.
Gruß
Will
Hans-Gerhard Scholz
2007-04-13 18:28:21 UTC
Permalink
Post by Will Berghoff
Das FA hatte keine Einwände - über 3 Kalender-Jahre.
... dabei ist zu berücksichtigen, FA ist nicht gleich FA. Der eine
Sachbearbeiter sieht den Sachverhalt so, der andere interpretiert ihn
anders. Dann ist es wichtig zu wissen, wie die Rechtslage tatsächlich
ist. Und bei der Beurteilung von Sachverhalten ist ein gewisser Eric
Lorenz - meiner Erinnerung zufolge - noch nie richtig falsch gelegen.
Aber es gibt auch noch ein paar andere kompetente Poster in dieser
Group; sie kristallisieren sich im Laufe der Zeit heraus. Poster, die
sich nur auf ihre Lebenserfahrung stützen, haben in Fällen, in denen
dann das FA "komischerweise" anders entscheidet, schlechte Karten, weil
sie nicht gegenargumentieren können.
Will Berghoff
2007-04-14 10:55:28 UTC
Permalink
Post by Mario Wiemers
Kurze Rückfrage.
Wohnt Ihr denn jetzt zusammen an dem neuen Wohnsitz Deiner Frau und
habt beide den ersten Wohnsitz in der Stadt in der Ihr vorher
gewohnt habt?
Jetzt wohnen wir im neuen Heim (temp. Zweitwohnsitz meiner Frau), der
frühere erste Wohnsitz ist aufgegeben.

Gruß
Will
Frank Kozuschnik
2007-04-14 12:39:29 UTC
Permalink
Post by Will Berghoff
Habe die gleiche Sachlage auch hinter mir. Da der neue Wohnsitz meiner
Frau deutlich teurer in den Kosten war als der bestehende, wurde er er
zum 2. Wohnsitz.
Und dann hat deine Frau doppelte Haushaltsführung geltend gemacht?

Das würde voraussetzen, dass ihr Lebensmittelpunkt weiter in der alten
Wohnung war. Fahrtkosten konnte sie dann natürlich nur für diejenigen
Wochen absetzen, in denen sie zu dir in die alte Wohnung kam. Deine
Fahrten zu ihr waren dann nur in Ausnahmefällen abzugsfähig, etwa wenn
sie beruflich an der Heimfahrt gehindert war.

Ob das bei Mario so passt?
Will Berghoff
2007-04-14 13:03:56 UTC
Permalink
Post by Frank Kozuschnik
Post by Will Berghoff
Habe die gleiche Sachlage auch hinter mir. Da der neue Wohnsitz
meiner Frau deutlich teurer in den Kosten war als der bestehende,
wurde er er zum 2. Wohnsitz.
Und dann hat deine Frau doppelte Haushaltsführung geltend gemacht?
Bei 500km Entfernung sicher. Zudem war ja nur sie umgezogen, ich blieb
ja am Hauptwohnsitz.
Post by Frank Kozuschnik
Das würde voraussetzen, dass ihr Lebensmittelpunkt weiter in der
alten Wohnung war. Fahrtkosten konnte sie dann natürlich nur für
diejenigen Wochen absetzen, in denen sie zu dir in die alte Wohnung
kam. Deine Fahrten zu ihr waren dann nur in Ausnahmefällen
abzugsfähig, etwa wenn sie beruflich an der Heimfahrt gehindert war.
Auch das sah das FA in diesem Fall anders. Da es meiner Frau nicht
möglich war, zu pendeln, weil sie aufgrund ihrer Tätigigkeit keine
5-Tage-Woche hatte, wurden meine Fahrten anerkannt. Dennoch war das
Haus nicht unser Lebensmittelpunkt.
Post by Frank Kozuschnik
Ob das bei Mario so passt?
Eine Frage der Argumentation.

Gruß
Will
Frank Kozuschnik
2007-04-14 13:22:24 UTC
Permalink
Post by Will Berghoff
Post by Frank Kozuschnik
Das würde voraussetzen, dass ihr Lebensmittelpunkt weiter in der
alten Wohnung war. Fahrtkosten konnte sie dann natürlich nur für
diejenigen Wochen absetzen, in denen sie zu dir in die alte Wohnung
kam. Deine Fahrten zu ihr waren dann nur in Ausnahmefällen
abzugsfähig, etwa wenn sie beruflich an der Heimfahrt gehindert war.
Auch das sah das FA in diesem Fall anders. Da es meiner Frau nicht
möglich war, zu pendeln, weil sie aufgrund ihrer Tätigigkeit keine
5-Tage-Woche hatte, wurden meine Fahrten anerkannt.
Gut, das wäre so ein Ausnahmefall.
Post by Will Berghoff
Dennoch war das Haus nicht unser Lebensmittelpunkt.
Welches Haus? Das Haus, in dem damals die Zweitwohnung deiner Frau
war? Wenn es so war, dann ist es ja in Ordnung. Mario schreib für
seinen Fall aber das Gegenteil.
Post by Will Berghoff
Post by Frank Kozuschnik
Ob das bei Mario so passt?
Eine Frage der Argumentation.
Nicht nur. Zunächst einmal eine Frage der Tatsachen.
Frank Kozuschnik
2007-04-13 21:45:05 UTC
Permalink
Post by Mario Wiemers
- zusammen mit meiner Frau wohne ich mit erstem Wohnsitz in HD
- nach Abschluss des Studiums, tritt meine Frau eine Stelle in Kassel an und
wird dorthin ihren 1. Wohnsitz verlegen.
- wir werden eine gemeinsame Wohnung in Kassel haben. Gemeinsamer
Lebensmittelpunkt ist Kassel
Wenn ihr als Familie vorwiegend die Wohnung in Kassel benutzt, folgt
(melderechtlich) daraus, dass in Kassel eure Hauptwohnung ist.
Post by Mario Wiemers
- ich habe einen HomeOffice Platz (2Tage), werde aber wöchentlich pendeln
und eine 2. Wohnung/Haushalt in HD bzw. WDF halten.
- mein 1. Wohnsitz könnte in Kassel oder HD sein. Beides wäre vertretbar.
Nein, deine Hauptwohnung ist dort, wo deine Familie vorwiegend wohnt,
also in Kassel.
Post by Mario Wiemers
Anwesenheit ist in etwa an beiden Orten gleich.
*Wenn* du unverheiratet wärst, dann *könnte* das ein Grund sein, der
beides vertretbar erscheinen ließe.
Post by Mario Wiemers
Kann ich bei diesem Szenario doppelte Haushaltsführung geltend machen?
Ja.
Post by Mario Wiemers
Wohin sollte man meinen 1.Wohnsitz legen?
Deine Hauptwohnung wird in Kassel sein. Allerdings ist es für die
Anerkennung einer doppelten Haushaltsführung nicht unbedingt relevant,
welche Wohnung deine Hauptwohnung im Sinn des Melderechts ist.
Post by Mario Wiemers
Eigentlich sind es ja die Werbungskosten meiner Frau, da sie eine neue
Stelle antritt. Bei o.g. Szenario würde ich aber die doppelte
Haushalteführung geltend machen.
Das Gesetz verlangt nur, dass die doppelte Haushaltsführung aus
beruflichem Anlass begründet wird. Du hast also Glück: Obwohl die
doppelte Haushaltsführung durch die Berufstätigkeit *deiner Frau*
begründet wird, kannst *du* Werbungskosten geltend machen.

Aus H 43 LStH:

| Eheschließung
|
| Eine beruflich veranlasste Aufteilung einer Haushaltsführung liegt
| auch in den Fällen vor, in denen der eigene Hausstand nach der
| Eheschließung am Beschäftigungsort des ebenfalls berufstätigen
| Ehegatten begründet (BFH vom 6.9.1977 - BStBl 1978 II S. 32, vom
| 20.3.1980 - BStBl II S. 455 und vom 4.10.1989 - BStBl 1990 II S.
| 321) oder wegen der Aufnahme einer Berufstätigkeit des Ehegatten
| an dessen Beschäftigungsort verlegt und am Beschäftigungsort eine
| Zweitwohnung des Arbeitnehmers begründet worden ist (BFH vom
| 2.10.1987 - BStBl II S. 852).
Mario Wiemers
2007-04-16 07:02:06 UTC
Permalink
Frank, danke für die Hinweise. Das hört sich schlüssig an.
Die angesprochenen BFH Urteile sind ja nun schon 20 Jahre alt. Bist Du Dir
sicher, dass die nicht schon wieder revidiert wurden?
Gruß, Mario
Post by Frank Kozuschnik
Post by Mario Wiemers
- zusammen mit meiner Frau wohne ich mit erstem Wohnsitz in HD
- nach Abschluss des Studiums, tritt meine Frau eine Stelle in Kassel an und
wird dorthin ihren 1. Wohnsitz verlegen.
- wir werden eine gemeinsame Wohnung in Kassel haben. Gemeinsamer
Lebensmittelpunkt ist Kassel
Wenn ihr als Familie vorwiegend die Wohnung in Kassel benutzt, folgt
(melderechtlich) daraus, dass in Kassel eure Hauptwohnung ist.
Post by Mario Wiemers
- ich habe einen HomeOffice Platz (2Tage), werde aber wöchentlich pendeln
und eine 2. Wohnung/Haushalt in HD bzw. WDF halten.
- mein 1. Wohnsitz könnte in Kassel oder HD sein. Beides wäre vertretbar.
Nein, deine Hauptwohnung ist dort, wo deine Familie vorwiegend wohnt,
also in Kassel.
Post by Mario Wiemers
Anwesenheit ist in etwa an beiden Orten gleich.
*Wenn* du unverheiratet wärst, dann *könnte* das ein Grund sein, der
beides vertretbar erscheinen ließe.
Post by Mario Wiemers
Kann ich bei diesem Szenario doppelte Haushaltsführung geltend machen?
Ja.
Post by Mario Wiemers
Wohin sollte man meinen 1.Wohnsitz legen?
Deine Hauptwohnung wird in Kassel sein. Allerdings ist es für die
Anerkennung einer doppelten Haushaltsführung nicht unbedingt relevant,
welche Wohnung deine Hauptwohnung im Sinn des Melderechts ist.
Post by Mario Wiemers
Eigentlich sind es ja die Werbungskosten meiner Frau, da sie eine neue
Stelle antritt. Bei o.g. Szenario würde ich aber die doppelte
Haushalteführung geltend machen.
Das Gesetz verlangt nur, dass die doppelte Haushaltsführung aus
beruflichem Anlass begründet wird. Du hast also Glück: Obwohl die
doppelte Haushaltsführung durch die Berufstätigkeit *deiner Frau*
begründet wird, kannst *du* Werbungskosten geltend machen.
| Eheschließung
|
| Eine beruflich veranlasste Aufteilung einer Haushaltsführung liegt
| auch in den Fällen vor, in denen der eigene Hausstand nach der
| Eheschließung am Beschäftigungsort des ebenfalls berufstätigen
| Ehegatten begründet (BFH vom 6.9.1977 - BStBl 1978 II S. 32, vom
| 20.3.1980 - BStBl II S. 455 und vom 4.10.1989 - BStBl 1990 II S.
| 321) oder wegen der Aufnahme einer Berufstätigkeit des Ehegatten
| an dessen Beschäftigungsort verlegt und am Beschäftigungsort eine
| Zweitwohnung des Arbeitnehmers begründet worden ist (BFH vom
| 2.10.1987 - BStBl II S. 852).
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